„Bayern-Arena in klein“

Juve gönnt sich einen neuen Fußballtempel

Kleiner, feiner, gewinnbringend: Juventus Turin läutet mit seinem Stadionneubau im italienischen Fußball ein neues Zeitalter ein. Die Arena soll „Juve“ wieder an die Spitze führen - trotz massiven Zuschauerschwunds.
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Das ist das neue „Juventus Stadium“
Italy Soccer Juventus Stadium
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Besucherandrang: Zehntausende wollten die Eröffnung des neuen Stadions von Juventus Turin nicht verpassen. Es heißt vorerst schlicht „Juventus Stadium“ - bis sich ein Namenssponsor gefunden hat.

Opening ceremony of new Juventus stadium
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. Während Inter, Milan, Lazio und AS Rom seit Jahren über ihre veralteten WM-Stadien von 1990 klagen, stampfte Juve innerhalb von drei Jahren ein „Teatro del Calcio“ mit 41.000 Sitzplätzen aus dem Boden.

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Allein 6,5 Millionen Euro per anno soll in den kommenden zwölf Jahren ein Namensgeber für das Stadion hinblättern. Ein Sponsor wird derzeit gesucht. Zwei 86 Meter hohe Pfeiler in den Farben der italienischen Tricolore halten die Konstruktion. 21 Bars und Restaurants im Inneren sollen während der Spiele, ein von außen zugängliches Einkaufszentrum tagtäglich für Einnahmen sorgen.

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Die erste Sitzreihe ist nur siebeneinhalb Meter vom Spielfeld entfernt, die letzte Reihe 49 Meter. Für die Gegner soll das „Juventus Stadium“ zu einem Hexenkessel werden.

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Der Club will mit der Arena vor allem auch Geld verdienen. Stadion-Einnahmen von 32 Millionen Euro hat Juve für diese Saison einkalkuliert. Das wären rund 25 Prozent der Gesamtinvestition von 122 Millionen Euro. Geht die Rechnung auf, wäre die Arena ein gutes Geschäft.

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4000 Parkplätze und eine gute Anbindung an Busse und Bahnen sollen das „Juventus Stadium“ auf dem Gelände des abgerissenen „Stadio delle Alpi“ im Norden Turins eng an das Stadtzentrum anbinden.

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Das Team weihte die Arena mit einem Freundschaftsspiel gegen den englischen Club Notts County ein. Das erste Ligaspiel steigt an diesem Sonntag zum Serie-A-Auftakt gegen den AC Parma.

DüsseldorfMit der Einweihung des eigenen Stadions beginnt für Juventus Turin am Donnerstag eine neue Ära. Für 122 Millionen Euro hat sich der italienische Rekordmeister eine moderne Fußball-Arena gebaut und damit als einziger Serie-A-Verein den Anschluss an Top-Clubs wie FC Barcelona, FC Arsenal und Bayern München geschafft, die eigene Stadien besitzen. Während Inter, Milan, Lazio und AS Rom seit Jahren über ihre veralteten WM-Stadien von 1990 klagen, stampfte Juve innerhalb von drei Jahren ein „Teatro del Calcio“ mit 41.000 Sitzplätzen aus dem Boden.

Weltklasse-Torwart Gianluigi Buffon hatte schon Gänsehaut bevor er das neue Stadion betrat. Das erzählte er am Abend in Turin jedem Reporter in die Kamera. Alessandro Del Piero gab sich schon staatsmännischer. „Die Sitzplätze sind nur siebeneinhalb Meter vom Rasen entfernt, das ist eine Kulturrevolution. Das ist ein wichtiger und mutiger Schritt“, sagte er der Turiner Tageszeitung „La Stampa“.

Mit einer Gala, bei der die Präsidenten alle Erstligisten, mit Ausnahme Inter-Mailand-Chef Massimo Moratti, anwesend waren, hat der börsennotierte Fußballclub Juventus am Donnerstag sein neues Stadion eingeweiht. Es ist der erste Club in Italien, dem ein eigenes Stadion gehört. Der Verein hatte das 1990 gebaute Stadio delle Alpi bis auf die Grundmauern abreißen lassen und 2009 mit dem Neubau begonnen.

122 Millionen Euro hat das Stadion mit dem vorläufigen Namen „Juventus Stadium“ gekostet, die Summe setzt sich aus einem Darlehen der Bank Credito Sportivo in Höhe von 60 Millionen Euro, dem Verkauf von Gewerbeflächen rund um das Stadion und der Investition der zur Gruppe Lagardère gehörenden Sportrechtefirma Sportfive zusammen. Deshalb heißt das Stadion auch nicht nach dem 2003 gestorbenen Fiat-Patron Gianni Agnelli, was in der Autostadt Turin im Prinzip selbstverständlich gewesen wäre: Sportfive erhält von Juventus Turin das Recht, einen Sponsor zu finden, der dem Stadion einen Namen gibt. Nur wenige Jahre nach dem Bestechungsskandal und dem damit verbundenem Zwangsabstieg klopft Juve damit wieder heftig an die Tür des europäischen Spitzenfußballs.

Der Name Agnelli bleibt derweil mit dem Traditionsklub verbunden. „Dieses Stadion wird die Art ändern, wie man in Italien Fußball versteht“, sagte Andrea Agnelli zur Eröffnung. Der 35-jährige, Sohn von Umberto Agnelli, ist seit einem Jahr Präsident von Juventus Turin. Die Fußballklubs müssen nach zahlreichen Wettskandalen und gewalttätigen Exzessen um Zuschauer buhlen, denn die Stadien waren immer leerer geworden. Dazu kommen immer höhere Lebenshaltungskosten in Italien. Das wird nicht offen thematisiert, aber die Werbung für das angeschlossene Einkaufszentrum von Conad, das Mitte Oktober eröffnet wird, zeigt die Zielrichtung: Fußball anschauen soll zum entspannten Familienevent werden. Im neuen Stadion gibt es sogar einen Kindergarten, wo Fachkräfte während des Spiels auf den Nachwuchs aufpassen.

Kapazität deutlich verringert
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