Bayern, Dortmund und Co.
Schalke zahlt Spielervermittlern das meiste Geld

Für „ihre“ Profis wollen Spielerberater in der Fußball-Bundesliga stets das Maximale heraushandeln – auch aus Eigeninteresse. Eine Rangliste zeigt, dass auf Schalke das meiste Geld an die Vermittler fließt.

DüsseldorfEs ist in diesen Monaten ein eher ungewöhnliches Bild, dass der FC Schalke 04 die Tabelle in der Fußball-Bundesliga anführt. Wenn es allerdings um die Zahlungen an Spielervermittler geht, haben die Königsblauen sogar vor dem FC Bayern München die Nase vorn. Kein anderer Bundesligist hat in der laufenden Saison mehr Geld für Spielerberater ausgegeben als Schalke – insgesamt 16,86 Millionen Euro. Durchschnittlich zahlten die 18 Bundesligisten 7,1 Millionen Euro.

Auf den Plätzen zwei und drei folgen – wenig überraschend - Bayern München mit Ausgaben in Höhe von 16,66 Millionen Euro und Borussia Dortmund (15,72 Millionen). „Schlusslicht“ dieser Rangliste ist Aufsteiger Darmstadt 98 mit einer Summe von 700.000 Euro. Die Honorartabelle der zweiten Bundesliga führt der ambitionierte Aufstiegsanwärter RB Leipzig (4,17 Millionen) vor dem SC Freiburg (2,47 Millionen) an. In der dritten Liga wendet Holstein Kiel die größte Summe für Spielerberater auf – 264.450 Euro.

Erstmals haben die Deutsche Fußball Liga (DFL) und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) die exakten Summen aller Vereine von der ersten bis zur dritten Liga veröffentlicht. Ausschlaggebend dafür ist eine Vereinbarung mit dem Weltfußballverband Fifa, die vor einem Jahr in  Kraft getreten ist und die Arbeit mit Spielervermittlern verbindlich regelt. Zuvor hatte die Fifa selbst alle Berater kontrolliert und lizensiert – seit dem 1. April 2015 liegt die Verantwortung bei den nationalen Fußballverbänden. 

Durch die neue Regelung müssen Spielervermittler in spé eine FIFA-Prüfung nicht mehr gesondert ablegen – diese galt für Branchenkenner als vergleichsweise sehr hohe Hürde. Experten klagen allerdings, die Fülle an Spielerberatern würde der Branche schaden, weil vielen Beratern die notwendige Kompetenz fehle.

Spielerberater vermitteln Profi-Akteure und hochtalentierte Nachwuchskicker an andere Vereine oder handeln mit dem bisherigen Arbeitgeber einen neuen Vertrag aus – meist im Sinne des jeweiligen Spielers. Der Markt unter den Vermittlern ist hart umkämpft – der DFB zählt insgesamt 280 lizensierte Berater. Laut dem Branchenportal „transfermarkt.de“ gibt es in keinem anderen nationalen Verband so viele lizensierte Berater. Spielerberater zählen daher auch im Jugendbereich längst zum Inventar. Insbesondere die Schalker können auf eine exzellente Jugendarbeit zählen – 2012 und 2015 holten die A-Junioren den Meistertitel.

Der DFB berücksichtigte in seiner Rangliste alle Transfers und Vertragsverlängerungen, die zwischen dem 15. März 2015 und dem 15. März 2016 vollzogen wurden. Verträge, die in der kommenden Sommerpause unterzeichnet werden, fallen daher erst in die Rangliste für das Folgejahr.

Leonidas Exuzidis
Leonidas Exuzidis
Handelsblatt / Freier Mitarbeiter
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