Bayern gegen Manchester
Wie US-Investoren den Fußball ausquetschen

Ein Fußballklub als Rendite-Bringer: Manchester United hat wie erwartet gegen Bayern München verloren. Das wird die Kritik an der US-Familie Glazer neu entfachen. Ihr Gewinnstreben belastet die sportliche Entwicklung.
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DüsseldorfGeld kann zwar keine Tore schießen, aber ideale Voraussetzungen dafür schaffen. Das beste Beispiel dafür ist Bayern München, deren Festgeldkonto gerühmt wird und die ihre Mittel vor allem für den Fußball einsetzen. Auch deshalb gab es kaum Zweifel, dass die Bayern gegen Manchester ins Halbfinale der Champions League einziehen würde.  

Der Gegensatz zwischen München und Manchester könnte nicht größer sein: Hierzulande glänzt ein Klub, der geschickt Geldgeber in den Verein zieht, ohne die Kontrolle über die sportliche Entwicklung abzugeben. In England ächzt ein Club, der an der Börse aufgekauft und mit Schulden überhäuft wurde. International spielt er nur noch eine Nebenrolle.

Das Problem: Mit der amerikanischen Unternehmerfamilie Glazer haben Eigentümer das Sagen, die Fußball als Geschäft sehen und Gewinne einstreichen wollen. „Unter den Glazers hat der Klub Schaden genommen und an Konkurrenzfähigkeit verloren“, urteilt der United-Kenner Dietrich Schulze-Marmeling gegenüber Handelsblatt Online.  

Der Fußball-Experte hat gerade ein Buch über den Klub veröffentlicht und dabei auch die Rolle dieser speziellen Investoren unter die Lupe genommen. Das Problem sei dabei, dass die Glazers keine Geldgeber seien. „Das sind Sportunternehmer, die mit dem Klub Geld verdienen wollen“, sagt Schulze-Marmeling.  

Das allein wäre nicht verwerflich, findet auch der Autor. Schließlich kommt heute ja nicht einmal ein Amateurklub ohne Geldgeber über die Runden. Subventionen im Fußball sind auf allen Ebenen an der Tagesordnung. Doch hier gehe es um Geldgeber, „die Klubs als ihr persönliches Spielzeug betrachten und die Interessen der Fans mit Füßen treten“.  

Die Kritik am System Manchester boomt daher, nicht nur in der Stadt selbst. Weltweit sind Fußballliebhaber empört, mehr als 200.000 unterstützen die Glazer-Kritiker inzwischen. Deren Bilanz ist durchwachsen. Sportlich stagniert der Klub, ein großer Schuldenberg drückt. Und seit knapp einem Jahr fehlt auch noch der Macher Alex Ferguson. 

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