Bayern gegen Niederlande
Die Leiden des Arjen Robben

Erst der verschossene Elfmeter im Champions-League-Finale, dann Pfiffe beim Freundschaftsspiel: Arjen Robben ist wieder einmal der Buhmann der Bayern. Sein Nationalcoach will ihm jetzt erstmal eine Pause gönnen.
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Es sollte das „Arjen-Robben“-Spiel werden, eine Versöhnung zwischen den Bayern und den Niederlanden. Nach der Verletzung von Robben bei der Weltmeisterschaft 2010 war der Niederländer ein halbes Jahr lang ausgefallen. Der FC Bayern München hatte damals schwere Vorwürfe gegen den „Koninklijke Nederlandse Voetbalbond“ erhoben: Der Verband habe den Flügelspieler zu früh wieder eingesetzt. Mit dem Freundschaftsspiel wollten die beiden Parteien alle Differenzen ausräumen, Arjen Robben sollte Star des Spiels werden. Die Verantwortlichen hatten aber eines nicht auf der Rechnung: die Fans.

Nach dem verschossenen Elfmeter im Finale der Champions League am Samstag herrschte Unmut bei den Bayern-Anhängern. Besonders über Arjen Robben, der in der Verlängerung den möglicherweise entscheidenden Elfmeter zum Sieg vergab. Ihrem Ärger machten sie bei seiner Einwechslung in der 76. Minute Luft und begrüßten ihn mit Pfiffen. So wurde auch das Freundschaftsspiel zu einem Spießrutenlauf für den Niederländer.

„Der FC Bayern sollte sich schämen, das hat Arjen nicht verdient“, schimpfte Elftal-Kollege Rafael van der Vaart. „Wir hatten so etwas nicht erwartet. Das ist peinlich.“

Dabei hatte das Publikum Robben noch mit Applaus aufgemuntert, als er sich warmlief. Beim Spiel selbst wurde aber fast jede Ballberührung des 28-Jährigen mit Pfiffen kommentiert. „Das sind vereinzelte Zuschauer. Andere haben Beifall gespendet. Das ist immer so, damit muss man leben“, sagte Bayern-Coach Jupp Heynckes, dessen Team das Spiel mit 3:2 gewann.

Sein Trainer bei der Nationalmannschaft Bernd van Marwijk will dem Holländer jetzt erst einmal eine Pause gönnen, um sich von der Niederlage zu erholen. Robben darf sich vor dem Einzug ins Trainingslager in Lausanne Kurzurlaub nehmen und bis Freitag weiter regenerieren. „Er kann zur Familie, und ich glaube, er braucht das auch“, sagte van Marwijk. Er ist aber zuversichtlich, den Fußballspieler bis zur Europameisterschaft wieder aufzubauen. „Wenn Fußballer untereinander sind, dann machen sie Spaß, dann geht das ganz schnell.“

dpa 
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SID Sport-Informations-Dienst GmbH / Nachrichtenagentur

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  • das sehe ich anders. Spanien ist gesättigt von Titeln und gehört nicht mehr zum engen Favoritenkreis. Holland wird wie immer versagen, spätestens im finale gegen deutschland. Deutschland wird sicher nicht mit dem ganzen Bayernblock spielen. Aber Neuer, Badstuber, Lahm und Schweini gehören zum festen Stammpersonal. Bei Kroos, Müller, Boateng und Gomez hab ich so meine Zweifel. Gomez macht halt nur Tore, wenn er den Fuß bzw. Kopf oder ein anderes Körperteil in perfekte Flanken reinhalten kann, die zu Toren führen.Klose und Reus können hier besser dribbeln bzw. auch mal anderen Mitspielern Torvorlagen geben. Müller als hängender Stürmer wäre ja auch eine Alternative.

  • Stimme ihnen zu Hunderter Prozent zu.
    Danke

  • so ist es, wenn sich Fußballer untereinander beurteilen, nur Unverständnis über die andere ohne Ursachenbetrachtung. Da haben doch hochbezahlte Fußballer ein Ergebnis abgeliefert, für das Otto-Normalbürger seine Kündigung erhalten hätte. Der Oberbonze Rummennigge hat sogar Verständnis für die Situation. Alles in Allem hat diese Führungsebene bis auf den Uli völlig den Kontakt zu dem Fußballfan verloren. 8 Millionen Jahresgehalt und ist nicht in der Lage einen Ball sicher ins Tor zu schießen. Wo finden sich eigentlich hier noch Anspruch und Realität? Mit dieser Mannschaft ist kein Blumentopf (Pokal) zu gewinnen. Da die Nationalmannschaft mit diesen Versagern auflaufen wird, sollten wir nicht überrascht sein, wenn's wieder kein Titel für Deutschland wird.

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