Bayern glühen für Champions League vor
„Das wichtigste Spiel kommt noch“

Konfettiregen, Autokorso und ein rot-weißes Fahnenmeer. Nach „zwei Jahren Balkon-Entzug“ will der 23. Deutsche Meister seiner Titelparty in zwei Wochen eine Fete bis zum Abwinken folgen lassen.
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MünchenErste Trophäe, erste Balkon-Party, erstes Sieger-Bankett: Auf einer überdimensionalen Meisterschale als Bühne präsentierten sich die Münchner Fußball-Rekordchampions bei der nächtlichen Feier ihres ersten Titels auf dem Weg zum Triple. Karl-Heinz Rummenigge konnte stolz vermelden: „Schale dahoam!“ Der Vorstandsboss schwärmte im Münchner Postpalast von „magischen Momenten“ und dem FC Bayern als „Märchen“ - und wies dann gleich auf das alles überstrahlende Ziel hin: Den Triumph in der Champions League gegen den nationalen Rivalen Borussia Dortmund.

„Wir haben jetzt die große Chance, mit den zwei Spielen in London und Berlin Historisches zu schaffen. Das werden wir versuchen“, erklärte Rummenigge wenige Stunden nach dem rot-weiß-goldenen Konfettiregen und den ungezählten Bierduschen im Anschluss an das 3:0 gegen den FC Augsburg.

In seiner halbstündigen Ansprache vor Meistermannschaft, Ehrengästen wie DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und Ministerpräsident Horst Seehofer berichtete der Bayern-Chef nach Mitternacht sogar von jüngsten Kabinen-Interna, die unterstreichen, wie groß die Gier der Bayern-Profis nach dem zweiten Titel in der Königsklasse nach 2001 ist. Der bei seiner Geburtstagsfeier im Rahmen der Mannschaft sehr emotionale Jupp Heynckes habe „etwas Wunderbares“ gesagt, verriet der Vorstandschef, „er hat gesagt, wir wollen nicht mit diesem Pokal aus London zurückkehren, wir werden mit diesem Pokal aus London zurückkehren... Viel Glück, Ihr verdient es.“

Auf dem Rathaus-Balkon ließ sich der umjubelte Heynckes vor den nach zwei titellosen Jahren „ausgehungerten“ Fans nicht zu einem Europapokal-Versprechen wie vor über 20 Jahren hinreißen. „Aber eins kann ich euch sagen. Wir werden alles daran setzen, am 25. das zu erreichen, wovon wir alle träumen!“, rief der 68-Jährige dem Anhang zu.

Stimmungsvoll wurde die 23. Meisterschaft, die 22. in 50 Jahren Bundesliga gefeiert, eine rauschende Titelparty war es noch nicht. Allenfalls ein Vorglühen auf das, was in zwei Wochen nach dem angestrebten Sieg im Londoner Wembley-Stadion gegen Dortmund abgehen soll. Schon am Samstag feierten mehr als 100 000 Fans ihren FC Bayern beim Autokorso zum Marienplatz, wo 15 000 Anhänger für ein rot-weißes Fahnenmeer am Rathaus sorgten.

„Ein Traum“, schwärmte Meisterschaftsfrischling Manuel Neuer, „es war wunderschön.“ Nach „zwei Jahren Balkon-Entzug“, wie es Rummenigge nannte, bat er das Team um Zeremonienmeister Franck Ribéry, öfter und am liebsten schleunigst für die nächsten Bierduschen am Rathaus zu sorgen. „Wunderbar, wunderbar“, fand auch Uli Hoeneß die Jubelarien. Der mit seinem rot-weißen Schal dekorierte Vereinspräsident wirkte in der Festgesellschaft aus naheliegenden Gründen als einziger betrübt.

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