Bayern München gegen Real Madrid
Cash-Maschine schlägt Festgeldkonto

Die Führung des FC Bayern München prognostiziert seit Jahren, dass sich Real Madrid verzockt. Doch bis jetzt zahlte sich die Risikobereitschaft der Spanier stets aus. Real gibt zwar viel aus, nimmt aber auch viel ein.
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KölnUli Hoeneß ist ein Mann der Prinzipien. Auch wenn es bedeutet, dass er verliert. „Ich wäre nur stolz, mit Bayern die Champions League zu gewinnen, wenn wir dabei Profit machen“, sagte der Präsident des FC Bayern kürzlich in einem Interview. Die Kritik richtete sich gegen den Halbfinalgegner Real Madrid und den FC Barcelona.

Es ist das klassische Bild, dass das Management der Bayern seit Jahren zeichnet: Die Münchener sind die solide wirtschaftenden, ehrbaren Kaufmänner. In Spanien hasardieren dagegen wilde Zocker, die ihre eigene Zukunft und die des Profifußballs aufs Spiel setzen.

Bald beginne jedoch eine goldene Zeit: In den nächsten Jahren greifen nach und nach die verschärften „Financial Fairplay“-Regeln des europäischen Fußballverbands Uefa. Sie setzen dem Schuldenmachen enge Grenzen und würden daher „die Zukunft des Fußballs entscheidend verändern“, sagte Hoeneß.

Sportbusiness-Experten sehen für Real keine Gefahr. „Real Madrid wird auch in Zukunft weiter wachsen“, sagt Stefan Ludwig, der bei dem Prüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte den Profifußball analysiert. „Denn Real finanziert seine hohen Ausgaben durch hohe Einnahmen.“

Außerdem wachse der Umsatz des Vereins sehr schnell. Man könne deswegen nicht sagen, dass der Verein kein nachhaltiges Geschäftsmodell verfolge. Und auch das Financial Fairplay der Uefa werde Madrid nicht aufhalten. „Ich sehe da eher die Probleme bei italienischen Vereinen, aber nicht bei Real.“

Die Wahrheit ist: Der Klub aus der spanischen Hauptstadt ist eine echte Geldmaschine. Seit Jahren führt Madrid die Liste der umsatzstärksten Fußballteams an. Einzig und allein der Erzrivale FC Barcelona macht den Madrilenen Konkurrenz. Real Madrid hat seit 1999 seinen Umsatz im Schnitt pro Jahr um 14 Prozent steigern können. Zuletzt flossen im Geschäftsjahr 2010/2011 stattliche 480 Millionen Euro nach Madrid.

Der FC Bayern kann da wirtschaftlich nicht mithalten. Mit 321,5 Millionen Euro nahm der Verein in der vergangenen Saison ein Drittel weniger ein als Real. Die Unterschiede zeigen sich auch in der Bewertung der Teams. Der gesamte Kader der Königlichen hat derzeit einen geschätzten Marktwert von rund 542 Millionen Euro. Die Kicker der Bayern bringen es nur auf einen Gesamtpreis von 360 Millionen Euro. Entsprechend höher sind zwar auch die Gehaltskosten für die Spanier. Aber: „Real kann sich das teure Personal auch leisten“, sagt Ludwig.

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  • Leider wird viel zu wenig Blick auf die Ausgaben (u.a. Gehälter, Ablösesummen, Handgelder etc.) und Schuldensituation gelegt. So wirkt der ganze Artikel einfach nur wie ein Loblied auf das Geschäftsbegahren von Real.

  • Auch die spanische Immobilienblase schwoll an und an, ehe sie endgültig platzte. Dann aber war Holland in Not. GUt möglich, dass es Real Madrid genauso gehen wird. Zuviel Jubel auf Madrids Königliche ist deshalb fehl am Platz.

  • meines erachtens ein bericht jenseits von gut und böse...werden die undurchsichtigen machenschaften der madrilenen auch noch angepriesen und gelobt. eine verurteilung der mafiösen strukturen wäre wohl angebrachter!!!

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