Bayern München in der Ukraine
„Man fährt dort nicht hin und blendet alles aus“

Bayern München trifft in der Champions League auf Schachtjor Donezk. Können Fußballer in der Ukraine Fußball spielen, während die Soldaten im gleichen Land schießen? Stürmerstar Arjen Robben ist sich da nicht so sicher.
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KiewDie Weltmeister des FC Bayern fühlen sich unbehaglich. Heute spielen sie gegen Schachtjor Donezk in der Ukraine. „Man weiß, dass dort dieser schreckliche Krieg ist, realisiert es aber nicht so, weil man eine so schlimme Situation nicht kennt – Gott sei Dank nicht kennt“, sagt Stürmer Thomas Müller im kicker-Interview dazu. „Es ist ein ganz komisches Gefühl.“

Auch Trainer Pep Guardiola sprach von einer „komischen Situation“, auch wenn nicht im Kriegsgebiet gespielt wird, sondern im Ausweich-Spielort Lwiw, der 1000 Kilometer entfernt im Westen des großen Landes liegt. Dort ist es ruhig, dennoch wollen die Bayern nicht länger als unbedingt nötig im Land bleiben und bereits nach dem Spiel so schnell wie möglich zurückfliegen. „Man fährt da nicht hin und schaltet alles aus“, meinte Arjen Robben. „Das ist schon im Kopf. Wir sind zwar Fußballspieler, aber zuallererst Menschen.“

Das Team von Donezk kommt dorther, wo der Krieg tobt. Das Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League wird jedoch wegen der Unruhen in der Ostukraine im westlich gelegenen Lwiw ausgetragen. „Es ist schwer zu begreifen und ein eigenartiges Empfinden, gegen eine Mannschaft zu spielen, die in einem Kriegsgebiet beheimatet ist“, sagt Müller.

Die hochmoderne Donbass Arena, wo eigentlich gespielt werden sollte, dient dagegen seit Wochen als zentrale Verteilstelle für humanitäre Hilfen. Die Vereinsführung von Schachtjor Donezk hat ihren Betrieb in die Hauptstadt Kiew verlagert. Die Ligaspiele absolviert der neunfache ukrainische Meister im zentralukrainischen Poltawa und im Westen.

In Lwiw ist die Begegnung zwar sicher. Dennoch wird es kein Spiel wie jedes andere sein. Ein Blick nach Donezk verdeutlicht, wie es derzeit in der Heimat der „Bergarbeiter“ aussieht. Vor dem Stadion stehen Menschen und warten auf die Ausgabe von Hilfspaketen mit Nahrungsmitteln und Medikamenten.

Die Hilfe kommt von der Rinat-Achmetow-Stiftung, dem Wohltätigkeits-Fonds des größten Arbeitgebers in der Ost-Ukraine. Achmetow ist gleichzeitig auch Besitzer des Klubs. Während sich die Profi-Fußballer in Spanien auf die Rückrunde und das Spiel gegen die Bayern vorbereiteten, versorgen 1200 Angestellte der Achmetow-Stiftung die Menschen in der Großstadt Donezk.

Andrej Sanin, Leiter der Consulting-Abteilung der Donbass-Arena, erklärt dem Handelsblatt, dass die Stiftung derzeit 370.000 Menschen mit Hilfspaketen versorgt. Das ist etwa jeder zehnte Bewohner der Region Donezk, 70 Prozent seien Rentner. „Wir haben aber die Hoffnung nicht aufgegeben, dass wir hier eines Tages auch wieder Fußball spielen“, sagt Sanin.

Im ehemaligen Fan-Shop der Arena bekommen Schwangere und Eltern von Kleinkindern ihre Hilfspakete. Am Haupteingang werden Medikamenten-Pakete für Rentner ausgegeben. Das wurde aus Sicherheitsgründen so eingerichtet. Die Leute müssen nicht, wie an anderen Ausgabepunkten, auf der Straße warten.

Kommentare zu " Bayern München in der Ukraine: „Man fährt dort nicht hin und blendet alles aus“"

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  • Wie kann man Fußball spielen und einige Kilometer weiter müssen sich ukrainische Zivilisten und Soldaten von den unterbelichteten Befehlempfängern Putins abknallen lassen!!!

    Wenn der Mann so viel Einfluss und Vermögen hat, warum unterstützt er dann nicht die Armee in Kiew???

    Nein, es kann einem nur übel werden, wenn das Spiel angepfiffen wird!

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