Bayern München
Klinsmanns Probleme beim Durchblick

Seit einigen Tagen ist ein gewisser Brandgeruch an der Säbener Straße vernehmbar, der hausgemacht an die Decken des neuen Wohlfühlzentrums zieht. In diesem Dunst verliert Jürgen Klinsmann zusehends die Übersicht und Kontrolle. Nach einem Herbst-Winter-Frühjahr-Märchen für den FC Bayern München sieht es derzeit ganz und gar nicht aus. Bereits nach zwei Spieltagen gibt es gleich mehrere Probleme zu lösen.

HB MÜNCHEN. Am Donnerstag hat sich Karl-Heinz Rummenigge mal wieder verwandelt, er tut dies in letzter Zeit häufig, und es stellt sich aus diesem Umstand heraus die Frage: Wieso? Ist ihm langweilig?

Vielleicht. Karl-Heinz Rummenigge ist Vorstandsvorsitzender des FC Bayern München, ein paar Sitzungen hier und da, das war’s. Auch ist er der neue Vorsitzende der European Club Association, einem Lobby-Verein der europäischen Fußballklubs, hervorgegangen aus der G 14, ausdrücklich geduldet von Uefa und Fifa. Auch hier: ein paar Treffen mal hin und wieder, mehr nicht. Es muss die Langeweile sein.

Und weil das schon ein paar Jahre so geht, und Karl-Heinz Rummenigge in seinem Büro – das ein wenig abseits liegt neben dem von Manager Uli Hoeneß – viel Zeit verbringt, die sich auch nicht mit Surfen im Internet totschlagen lässt, hat er ein Spiel ersonnen, in dem er in wechselnden Rollen die Hauptperson sein kann. Ziel dieses Spiels ist es, Feuer zu legen und es dann wieder zu löschen.

Gestern hat Rummenigge gelöscht. Er hat in einem Zeitungsinterview an einige Spieler des „holprig“ (Hoeneß) in die Saison gestarteten deutschen Meisters - zwei Remis, 3:3 Tore, Tabellenrang zehn – die „dringende Empfehlung“ ausgesprochen, die Taktik des Trainernovizen Jürgen Klinsmann nicht weiter öffentlich in Frage zu stellen: „Damit sollten sie schnell aufhören. Die Spieler sind schließlich nicht angestellt, um taktische Diskussionen in der Öffentlichkeit zu führen, sondern um Fußball zu spielen. Diese Diskussionen müssen abgeschafft werden.“

Abschaffen, natürlich. Es ließe sich im falschen Gebrauch des Gedankens von der Entsorgung einer Debatte ein gewisser Zorn bei Rummenigge herauslesen. Auch, dass er sich um das Wohlbefinden des neuen Trainers sorgt, Rummenigge hat Anfang der Woche erklärt: „Wir sind überzeugt, dass wir in Jürgen Klinsmann den richtigen Mann haben.“ Wäre da nicht sein Kommentar vor zwei Wochen, der die Spieler erst dazu angehalten haben dürfte, Klinsmanns taktisches Vorgehen für alle hörbar zu besprechen.

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