Bayern München: Mia san (endlich wieder) Meister

Bayern München
Mia san (endlich wieder) Meister

Bayern München hat mit einem 1:0-Erfolg bei Eintracht Frankfurt seine 23. Meisterschaft perfekt gemacht – so früh wie noch kein anderes Team zuvor. Doch es ist nur ein Zwischenziel auf dem Weg zu einer perfekten Saison.
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DüsseldorfWie sonst als mit der Hacke hätte Bayerns Mittelfeld-Chef Bastian Schweinsteiger das Tor erzielen sollen, das die 23. Meisterschaft der Münchener endgültig besiegelte? 1:0 in Frankfurt, Dortmund kann gegen Augsburg machen, was es will, der Sack ist zu. Während 5000 mitgereiste Fans „Deutscher Fußball-Meister FCB“ singen, eilt auch schon Innenverteidiger Dante herbei, um mit Schweinsteiger die Tor-Choreographie einzuleiten.

Schlusspfiff. Bayern-Trainer Jupp Heynckes ist die Erleichterung ins Gesicht geschrieben, als er von seinen Spielern in die Höhe geworfen wird. Ob er Angst gehabt habe, fragt ihn ein Reporter: „Nein, meine Spieler lassen mich nicht fallen“, antwortet ein gänzlich trockener Heynckes. Keine Bierdusche, nüchterne Freude, das erste Saisonziel ist erreicht – nicht mehr und nicht weniger. „Das ein oder andere Bier wird heute sicher aber auch noch aufgemacht“, gesteht Kapitän Philipp Lahm.

Noch nie ist eine Mannschaft so früh Deutscher Meister geworden und selten hat ein Team über die gesamte Spielzeit hinweg eine so konstante Leistung gezeigt. Selbst der erfahrene Jupp Heynckes sei bei solch kühlen Temperaturen noch nie Meister geworden, „weder als Spieler noch als Trainer“.

Die Bundesliga-Saison 2012/2013 war von Anfang bis zum Ende eine sportliche Zweiklassen-Gesellschaft: Oben die Bayern in der Belle Etage und dahinter der Rest. Der „Rest“ – das waren in dieser Saison auch die Dortmunder, die sich in den vergangenen zwei Jahren mit wunderschönem Tempofußball Respekt und Anerkennung in ganz Deutschland erworben haben und selbst die stolzen Bayern – wie im DFB-Pokal-Finale – mit fünf Treffern zu demütigen wussten.

Doch in dieser Saison lag der Fokus des BVB augenscheinlich auf der Champions League. Die Kritik, der nationale Erfolg sei angesichts des enttäuschenden internationalen Auftretens der vergangenen Jahre (Vorrunden-Aus) weniger wert, hat sich Dortmund-Coach Jürgen Klopp zu Herzen genommen – auch wenn er das öffentlich nie zugegeben hätte.

Allein der qualitativ für drei Wettbewerbe zu dünn besetzte BVB-Kader konnte mit der Star-Bank der Bayern nicht mithalten. Ausfälle von Leistungsträgern konnten nicht kompensiert werden und Klopp konnte nie wie Heynckes rotieren, weil es nicht genug Top-Leute zum Rotieren gab. Bayern München hingegen konnte es sich leisten, selbst einen Arjen Robben auf der Bank schmoren und den Konkurrenzkampf zusätzlich aufflammen zu lassen.

Neben der Qualität des Kaders war in dieser Saison aber ein anderer Aspekt der entscheidende und der Hauptgrund für den Erfolg der Bayern: Die vergangenen zwei titellosen Jahre haben dem Rekordmeister Gefühle beschert, die er in dieser Intensität wohl selten erlebt hat: den bedingungslosen Erfolgshunger gepaart mit konzentrierter Demut.

Kein Teilerfolg konnte das Team von Heynckes mental aus dem Gleichgewicht bringen, kein noch so hoher Sieg gegen Ligarivalen wie Schalke oder Hamburg hat zu Entspannungsorgien auf den bisher geernteten Lorbeeren geführt. Das war auch schon einmal anders beim „FC Hollywood“, der so manchem Münchener Boulevard-Journalisten schon sein Einkommen gesichert hat.

In dieser Saison war alles anders: unaufgeregt, zielstrebig, hungrig. Nach der etwas rumpeligen Vorrunde in der Champions League zeigte die Leistungskurve der Bayern steil nach oben und mündete in der so nicht erwarteten Demonstration der Dominanz im Viertelfinale gegen Juventus Turin (2:0). Dem Erzrivalen Borussia Dortmund wurden im Viertelfinale des DFB-Pokals die Grenzen aufgezeigt (1:0).

Nicht wenige sind der Ansicht, dass der Champions-League-Titel der folgerichtige und verdiente Höhepunkt einer bis dato perfekten Saison wäre. Eins ist klar: Die vom „Finale dahoam“ traumatisierten Münchener werden nicht eher ruhen und werden nicht eher die Spannung abfallen lassen, bis auch dieses große Ziel erreicht ist. Der DFB-Pokal dürfte angesichts der übriggebliebenen Gegner Formsache sein. Das Triple ist greifbar und hungrige Bayern strecken ihre Hände danach aus.

Kommentare zu " Bayern München: Mia san (endlich wieder) Meister"

Alle Kommentare
  • Schön wars, eber es gibt noch viel zu tun, noch gibt es für die bayern 2 weitere pötte zu holen:
    http://weiter-lesen.net/636/da-geht-noch-was

  • @ helmi:

    Bayern ist eine herausragende Mannschaft mit viel Teamgeist und hat sich die Schale redlich verdient.

    Neider wie Sie gibt es in allen Lebensbereichen. Leider kann man Dummheit nicht verbieten.

    Gruß von einem HSV-Fan aus Hamburg!

  • Wer sich will rechte Gunst erweisen
    schickt sich in die Wurstfabrik.

    Und beim Wurstmeister gehts denen doch goldig - bis zum nächsten Würstchen: da gehts Oberwurstig.

    Noblesse oblige.

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