Bayern-Trainer äußert sich über Bundestrainer: Magath fordert klares Bekenntnis von Klinsmann

Bayern-Trainer äußert sich über Bundestrainer
Magath fordert klares Bekenntnis von Klinsmann

Felix Magath hat seinen Unmut über das jüngste Gebaren von Bundestrainer Jürgen Klinsmann geäußert. Der Trainer von Bayern München forderte ein klares Bekenntnis, ob Klinsmann auch nach der WM Bundestrainer bleiben will.

Der Trainer des Rekordmeisters Bayern München, Felix Magath, hat Kritik an den Vorgängen der letzten Tage rund um die Nationalmannschaft und die Verpflichtung eines DFB-Sportdirektors geübt. Auch das Verhalten von Bundestrainer Jürgen Klinsmann errege bei ihm Verwunderung. Er verstehe es nicht, "dass Klinsmann über einen Sportdirektor diskutiert, ohne zu sagen, ob er überhaupt Nationaltrainer bleibt. Das muss doch zunächst geklärt werden", sagte der 52-Jährige in einem Interview mit der Bild am Sonntag.

Magath äußerte zugleich den Verdacht, es stehe möglicherweise bereits fest, dass Klinsmann bis 2010 bleibt. Der Nationalcoach hatte sich zuletzt vehement für Hockey-Bundestrainer Bernhard Peters eingesetzt, der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte sich jedoch für Matthias Sammer als Sportdirektor entschieden.

Klinsmann bringt Bundesliga-Trainer in Misskredit

Weiterhin sagte der Bayern-Trainer, man habe den Eindruck, Klinsmann sammele seine Leute um sich. "Das ist ja alles gut und schön. Aber dann wäre es ja auch mal angebracht zu wissen, wer nach dem 9. Juli überhaupt Bundestrainer ist", fügte Magath hinzu. Zudem kritisierte er, dass Klinsmann die Bundesliga-Trainer mit seinen Methoden und Äußerungen in Misskredit gebracht habe. "Vielleicht hat es Klinsmann ja gar nicht so gemeint, aber bei uns Bundesliga-Trainern kam das Gefühl auf, als ob unsere Spieler nicht fit seien", sagte Magath.

Die amerikanischen Fitness-Trainer und ihre Methoden hätten manchmal schon für Verwunderung gesorgt. "Ich habe mein Trainerleben lang auf Laktat-Tests verzichtet. Und trotzdem konnte ich in der Champions League feststellen, dass uns kein anderes Team körperlich überlegen war", verteidigte der Double-Gewinner der vergangenen Saison seine als konservativ geltenden Trainingsmethoden und ergänzte: "Ich werde meine Arbeitsweise als Trainer nicht mehr groß verändern. Wir leben in einer Zeit, in der es schick ist, etwas zu verändern und vor allem mit dem Begriff "modern" hausieren zu gehen. Plötzlich ist alles, was verändert wird, "modern" - auch wenn es ein alter Hut ist."

Magath will Bundestraineramt "nicht ausschließen"

Dass für ihn selbst der Posten des Bundestrainers einmal ein Ziel sein könnte, "würde ich ja auch gar nicht ausschließen. Aber im Moment ist das unvorstellbar. Dafür liebe ich es viel zu sehr, jeden Tag auf dem Platz zu stehen", erklärte Magath.

Derweil geht auch der Trainer inzwischen davon aus, dass Nationalmannschafts-Kapitän Michael Ballack die Bayern am Saisonende verlassen wird. Er hoffe zwar immer noch, dass er bleibt. Wegen der fortgeschrittenen Zeit und der weiterhin ungeklärten Vertragsfrage müsse er jedoch davon ausgehen, dass Ballack den Verein verlasse. In diesem Fall käme man "vielleicht gar nicht um das Thema rum", einen neuen Spieler zu verpflichten. "Wir haben ja immer gesagt, dass wir den Fußballer Ballack auch intern ersetzen können. Aber nicht die Persönlichkeit von Ballack", sagte Magath.

© SID

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