Bayern-Trainer setzt dennoch seine eigenen Präferenzen
Klinsmann braucht Magath als WM-Fitmacher

Pünktlich zum Start der deutsch-italienischen Fußball-Wochen flog sogar Jürgen Klinsmann aus den USA ein. denn auch er weiß: Die WM findet für Deisler, Schweinsteiger & Co. praktisch schon im Verein statt.

dpa MÜNCHEN. Pünktlich zum Start der deutsch-italienischen Fußball-Wochen flog sogar Jürgen Klinsmann aus den USA ein. Eine Woche vor dem ersten Länderspiel der Nationalmannschaft im WM-Jahr gegen den dreimaligen Weltmeister Italien wollte sich der Bundestrainer nicht die einmalige Chance entgehen lassen, kurz vor der Nominierung seines Aufgebotes innerhalb von nur 24 Stunden gleich neun prominente WM-Kandidaten live in der Champions League zu beoachten: In München beim Duell des FC Bayern mit dem Vorjahresfinalisten AC Mailand sowie in Bremen beim Vergleich von Werder mit Juventus Turin.

Klinsmann weiß genau, dass Bayern-Trainer Felix Magath und Werder-Coach Thomas Schaaf zwei seiner wichtigsten WM-Helfer sind. Schließlich entscheidet sich angesichts von nur zwei Länderspielen vor der Nominierung des WM-Kaders im Verein, in welcher körperlichen und mentalen Verfassung die Münchner Oliver Kahn, Michael Ballack, Sebastian Deisler, Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm sowie die Bremer Torsten Frings, Miroslav Klose, Tim Borowski und Patrick Owomoyela in die unmittelbare Turniervorbereitung gehen werden.

Auch Magath weiß um seine Rolle als Klinsmanns Fitmacher. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Spieler bei der WM Top-Leistungen bringt, wenn er zuvor im Verein unter seinen Möglichkeiten bleibt", sagte er. Doch Magath sieht sich trotzdem nicht speziell für die deutschen WM-Kandidaten zuständig. "Ich bin Vereinstrainer und stelle den auf, der mir am ehesten garantiert, dass wir mit dem FC Bayern gewinnen, egal, ob er einen deutschen oder ausländischen Pass hat."



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Die WM findet für Deisler, Schweinsteiger & Co. praktisch schon im Verein statt: Direkte Konkurrenten im Mittelfeld wie der Brasilianer Zé Roberto oder der Iraner Ali Karimi wollen sich ebenfalls für das Turnier in Deutschland in Form und Position bringen. Schon jetzt gilt es, sich gegen die möglichen Konkurrenten um den WM-Titel zu behaupten. "Bei der WM messen wir uns mit den besten Spielern der Welt. Also muss ich die Einstellung haben, dass ich mich im Club durchsetze: Ich muss mir als Ziel setzen, in meiner Mannschaft eine führende Rolle zu spielen", erklärte Bayern-Kapitän Kahn. "Du kannst als deutscher Nationalspieler kein Mitläufer sein."

Der Kampf um Stammplätze und Führungspositionen schürt im WM-Jahr zusätzlich den Konkurrenzkampf, zumal gleich 15 Bayern-Profis beim Turnier dabei sein wollen. Neben dem deutschen Quintett haben die Brasilianer Lucio und Zé Roberto, Willy Sagnol (Frankreich), Ali Karimi (Iran), Neuzugang Julio dos Santos (Paraguay) und wohl auch Roy Makaay (Niederlande) ihr WM-Ticket sicher. Martin Demichelis (Argentinien) und Owen Hargreaves (England) müssen noch kämpfen, ebenso Stürmer Roque Santa Cruz (Paraguay) nach seinem Kreuzbandriss. Insgeheim träumt selbst der von Frankreichs Nationaltrainer Raymond Domenech bislang verschmähte Valerien Ismael noch von der WM.

Jedes Spiel beim FC Bayern ist darum wichtig - und eines in der Champions League noch mehr. Gerade in der Königsklasse kann man sich im direkten Duell mit möglichen WM-Gegenspielern empfehlen. "Der Focus liegt auf Bayern, aber die WM ist immer im Hinterkopf", gab Deisler zu. Auch Hargreaves, der durch eine Leisten-Operation zurückgeworfen wurde, schätzt die Situation realistisch ein: "Wichtig ist, dass man im Verein spielt. Wenn man hier nicht spielt, wird das nichts bei der WM."

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