Beckenbauer in New York
„Ohne HSV-Angebot wäre ich Amerikaner“

Franz Beckenbauer zu Besuch in New York: Der „Kaiser“ erinnert sich an seine Zeit bei New York Cosmos und entschuldigt sich für die „Skistiefel-Kritik“ an Dante. Der Klub kämpft um eine gute Position auf dem US-Markt.
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New YorkErst ein Abendessen im noblen University Club mitten in Manhattan, dann ein Besuch des Empire State Building. Zusammen mit Fußballlegende Pele schaltete Franz Beckenbauer dort das Licht von der Spitze des berühmten Wolkenkratzers an. Zum Abschied schauen sich die beiden Stars am heutigen Samstag ein Spiel ihres früheren Fußballklubs New York Cosmos an. Nach zwei Tagen steigt Beckenbauer danach wieder in den Flieger nach Deutschland: „Ich liebe New York“.
Mit dem Besuch kommen Erinnerungen bei der Fußball-Ikone hoch. Von 1977 bis 1980 und später nochmal 1983 spielte Beckenbauer für Cosmos. Wie ihn damals kaum jemand auf der Straße erkannte. „Sehr angenehm war das“, sagt Beckenbauer. Wenn Südamerikaner und andere Touristen ihn dann doch um ein Autogramm fragten, staunten die Amerikaner: „Wer ist denn das?“.
Aber alle Schwelgerei in Vergangenheit ist schnell vergessen, wenn Beckenbauer an das jüngste Spiel von Bayern München denkt. Der Superklub verlor in der Champions League gegen den FC Porto schmählich mit 1:3. „Alle Spieler blieben unter ihrem wahren Leistungsvermögen“, klagt der 69-Jährige. „Alle Spieler: Nada“.

Aber die Kritik an seiner Mannschaft als Fernsehkommentator während der Spielübertragung tut ihm auch leid. Der Vergleich von Verteidiger Dante, er habe „Skistiefel an“ gehabt, „war ein Fehler“. Er sei wütend gewesen, und da sei es ihm herausgerutscht.

Jetzt heißt es nach vorne schauen, das Spiel gegen TSG Hoffenheim am Samstag in der Bundesliga werde schwer, das sei „eine junge und hungrige Mannschaft“, der Vorsprung von zehn Punkte vor dem VfL Wolfsburg könnte bei noch sechs ausstehenden Spieltagen für den Deutschen Titel nicht ausreichen.

Für das Rückspiel von Bayern München gegen FC Porto am nächsten Dienstag, da will er eigentlich keine Prognose abgeben, „sicherlich sind sie in der Lage, 2:0 zu gewinnen“. Auch ein Gegentor wäre nicht das Ende der Welt, ein Sieg von 3:1 würde Verlängerung bedeuten. Aber irgendwie erinnere ihn dass an die vergangene Champions League-Saison, als Bayern in der Bundesliga exzellent spielte – und von Real Madrid im Halbfinale heraus geworfen wurde.
Warum sei er eigentlich in New York, fragt ein amerikanischer Journalist auf der Pressekonferenz. Er sei „Botschafter für Bayern München“, die Marke solle auch in den USA bekannt werden. Im Vergleich zu Manchester United und anderen Vereinen sei das ein wenig spät, bemerkt der Fragende.

Das ruft Jörg Wacker auf den Plan, der im Vorstand des Vereins für die Internationalisierung und Strategie zuständig ist und neben Beckenbauer auf dem Podium sitzt. „Wir haben uns den Markt sehr genau angeschaut, das dauerte, dafür sind wir aber nachhaltig mit dabei, eben typisch Deutsch“. Das lässt Beckenbauer nicht durch gehen: „Typisch bayrisch“.
Vor gut einem Jahr eröffnete Bayern ein kleines Büro in New York und verkündete jetzt eine Partnerschaft mit dem Internetportal MSN von Microsoft. Weitere Kooperationen sollen bald folgen, sagt Rudolf Vidal, US-Chef von Bayern München. „Die Verkäufe auf unserer Website sind überragend, nicht zuletzt durch die WM in Brasilien“.

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