Beckenbauer, Mätthäus & Co

Weltmeister feiern den Coup von 1990

25 Jahre nach ihrem Triumph lassen die Fußball-Weltmeister von 1990 das Turnier in Italien Revue passieren. Zur Wiedersehensfeier kommen fast drei Viertel des Kaders - nur der gefeierte Torschütze versetzt den DFB.
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Franz Beckenbauer begrüßt Lothar Matthäus beim Treffen im Hotel Seeleiten. Foto: Johannes Simon/Bongarts/Getty Images Quelle: dpa
Man kennt sich

Franz Beckenbauer begrüßt Lothar Matthäus beim Treffen im Hotel Seeleiten. Foto: Johannes Simon/Bongarts/Getty Images

(Foto: dpa)

KalternUm 21:56 Uhr bekam Lothar Matthäus sogar noch einmal den WM-Pokal überreicht. 25 Jahre nach ihrem Coup von Rom haben die deutschen Fußball-Weltmeister von 1990 bei einem großen Wiedersehen feierlich in Erinnerungen geschwelgt.

Am Kalterer See war am Mittwoch zum Gala-Dinner geladen - dort, wo vor einem Vierteljahrhundert die furiosen WM-Wochen von „Italia Novanta” begonnen hatten. Die Streiche im Südtiroler Trainingslager, das Solo von Matthäus, die Spucke in Rudi Völlers Haar, die Elfmeter-Paraden von Bodo Illgner - und der entscheidende Strafstoß im Finale von Andreas Brehme: Als auf zwei Leinwänden die Höhepunkte des Turniers gezeigt wurden, gab es immer wieder Szenenapplaus.

Was die Weltmeister von 1990 heute machen
Klassentreffen der„Unschlagbaren“
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Die Weltmeister von 1990 stehen auch 25 Jahre nach ihrem Triumph für eine große Zeit im deutschen Fußball. Zum Jubiläum trafen sich die Helden von Rom am Kalterer See, um am 8. Juli 2015 gemeinsam mit dem damaligen Trainerstab um Franz Beckenbauer das 25-Jahr-Jubiläum zu feiern. Was ist aus den zwölf Profis, die in der magischen Final-Nacht gegen Argentinien zum Einsatz kamen, geworden?

Bodo Illgner
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Die unumstrittene Nummer 1 bei der WM feierte 1997 und 2001 mit Real Madrid die spanische Meisterschaft, dazwischen wurde Illgner Champions-League- und Weltpokal-Sieger. Zudem war er Buch-Autor und ist TV-Experte. Hier ein Foto aus dem 1990er-Halbfinale gegen England.

Klaus Augenthaler
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„Auge“ feierte den Abschied, den sich jeder wünscht. Sein letztes Länderspiel war mit dem Finale gleichzeitig der Karrierehöhepunkt. Danach folgten Trainerstationen vom FC Bayern bis zur SpVgg Unterhaching. In der Talkshow von Markus Lanz brachte er sich im Februar ins Gespräch - bislang erfolglos. Hier eine Aufnahme aus dem Jahr 2007, als Augenthaler den VfL Wolfsburg trainierte.

Thomas Berthold
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Der frühere Verteidiger (l., mit Arne Friedrich) war bis 2005 Manager bei Fortuna Düsseldorf in der 4. Liga. Der heute 50-Jährige ist mittlerweile TV-Experte. Bei der WM 2010 glänzte er als Experte im südafrikanischen Fernsehen. Bei der Frauen-EM in Schweden 2013 kommentierte er einige Spiele für Eurosport. Organisiert Fan-Reisen und ist Kolumnist.

Stefan Reuter
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Der Rechtsverteidiger (l., mit Augsburgs Trainer Markus Weinzierl) kam in Rom in der 74. Minute für Berthold ins Spiel. Danach war Reuter lange Manager beim TSV 1860 München und ist seit 2012 Sport-Geschäftsführer beim FC Augsburg. Sein Vertrag läuft noch bis 2020. Und bei Augsburg läuft es blendend.

Guido Buchwald
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Zwei Jahre nach der WM sicherte Buchwald dem VfB Stuttgart die Meisterschaft. Nach einem Intermezzo in Japan stieg er mit dem Karlsruher SC ab. Als Coach verschlug es ihn nochmal nach Japan. Die Trainer-Stationen bei Alemannia Aachen und den Stuttgarter Kickers waren weniger erfolgreich. Seit kurzem ist er VfB-Scout für Asien.

Jürgen Kohler
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Als Spieler gewann Kohler mit dem FC Bayern, Borussia Dortmund und Juventus Turin sämtliche Titel - die Trainerkarriere verlief weniger erfolgreich. Der 49-Jährige coacht mittlerweile den pfälzischen Oberligisten SC Hauenstein. Hier ein Bild aus seiner Zeit beim MSV Duisburg.

„Es war nicht zu vermeiden, dass die beste Mannschaft Weltmeister wurde”, resümierte Teamchef Franz Beckenbauer, der 15 seiner 22 Kaderspieler von 1990 im noblen Hotel Seeleiten begrüßen durfte. Dass ausgerechnet Brehme dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) einen Korb gab, war ein kleiner Wermutstropfen.

Zumal auch Torwart Illgner zur Feier nicht aus Florida anreiste und Jürgen Klinsmann, inzwischen Trainer der US-Auswahl, wegen des Gold Cups fehlte. Immerhin schickte der Ex-Stürmer eine SMS aus Nordamerika, wie Verbandschef Wolfgang Niersbach erzählte.

Am Ende machten fast drei Viertel des damaligen Nationalteams beim dreitägigen Trip inklusive Golfen und Weinverkostung mit. Niersbach wertete das sichtlich stolz als Erfolg. „Es ist wunderbar, diese Gemeinschaft wieder zu erleben”, sagte der frühere DFB-Pressechef.

Einen Déja-vu-Plan hatten die Organisatoren auch: Fast auf die Minute genau 25 Jahre nach der glorreichen Nacht von Rom durfte Matthäus noch einmal den WM-Pokal in die Höhe stemmen, der ihm von einer feschen Südtirolerin im Dirndl überreicht wurde. Die Trophäe gab der Rekordnationalspieler dann artig weiter an seine Ex-Mitspieler.

Recht bald landete der Pokal auch auf dem Tisch von Beckenbauer, dem Vater des WM-Sieges, und das ohne amtlichen Fußballlehrer-Schein. „Ein richtiger Trainer warst du ja nicht”, witzelte Niersbach, was der „Kaiser” unter dem Gelächter seiner früheren Schützlinge souverän und in typischer Franz-Beckenbauer-Art parierte: „I war dabei...”.

Bericht auf DFB-Homepage zu Treffen

WM 1990 auf DFB-Homepage

WM 1990 auf FIFA-Homepage

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