Beckenbauer unter Druck
Fifa geht erneut gegen den „Kaiser“ vor

Die Fifa-Ethikkommission erhebt Anklage gegen Franz Beckenbauer. Damit droht dem Weltmeister im Extremfall eine Sperre für alle Fußball-Aktivitäten. Es geht um seine Rolle bei den WM-Vergaben an Russland und Katar.

ZürichDie Ethikkommission des Weltfußballverbands geht gegen Franz Beckenbauer vor. Das teilte die Fifa am Mittwoch mit. Die Untersuchungskammer habe ihre Ermittlungen abgeschlossen. Das Verfahren sei zur rechtsprechenden Kammer weitergeleitet worden, teilte das Gremium des Fußball-Weltverbands am Mittwoch mit, ohne weitere Details zu nennen.

Die Fifa untersucht Beckenbauers Rolle bei der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaften an Russland (im Jahr 2018) und Katar (2022). Der Münchner Richter Hans-Joachim Eckert als Chef der rechtsprechenden Kammer wird die Entscheidung als Landsmann Beckenbauers aber nicht treffen.

Stattdessen soll der Australier Alan Sullivan das Urteil sprechen. Wann er seinen Beschluss fällen wird, ist nicht bekannt. 2014 war Beckenbauer wegen mangelnder Zusammenarbeit mit den Ethikern vorübergehend suspendiert worden. Nun droht ihm erneut eine Sperre von allen Aktivitäten im Fußball, auch den Besuch von Stadien.

Ob die FIFA-Fahnder wegen der Bestechungsvorwürfe gegen das Organisationskomitee der WM-Endrunde 2006 in Deutschland weitere Untersuchungen gegen Beckenbauer und Präsident Wolfgang Niersbach vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) aufgenommen haben, teilte die ermittelnde Kammer nicht mit.

Wie die Untersuchungen gegen Beckenbauer sind auch die Ermittlungen gegen den spanischen Verbandschef Angel Maria Villar Llona wegen seiner Rolle bei Spaniens Bewerbung um das WM-Turnier 2018 abgeschlossen worden. Im Fall des Vizepräsidenten der Europäischen Fußball-Union (UEFA) wird Richter Eckert die Entscheidung treffen.

Die ermittelnde Kammer bestätigte außerdem am Mittwoch, dass die Ermittlungen gegen den suspendierten FIFA-Chef Joseph S. Blatter (Schweiz), den gleichfalls vorläufig gesperrten UEFA-Boss Michel Platini (Frankreich) und den schon von der FIFA zuvor abgesetzten Generalsekretär Jerome Valcke (Frankreich) fortgesetzt werden. "Die ermittelnde Kammer tut alles in ihrer Macht stehende, dass innerhalb der 90-tägigen Suspendierung von Herrn Blatter und Herrn Platini eine endgültige Entscheidung gefällt werden kann", teilte das Gremium mit.

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