Fußball
Beckenbauer "vom Schicksal gestreichelt"

Die deutsche Fußball-Ikone Franz Beckenbauer hat im ZDF über Erfolge und "dunkle" Seiten seines Lebens gesprochen. Bei der Bewerbung um die WM 2006 lernte der 60-Jährige seine diplomatischen Seiten kennen.

Der Fußball-"Kaiser" Franz Beckenbauer hat in der ZDF-Sendung "Johannes B. Kerner" (Dienstag 20.45 Uhr) über seine Karriere und sein Leben im Licht des Fußballs und außerhalb gesprochen. Dabei verriet der 60-Jährige: "Das Schicksal hat mich gestreichelt. Glück musst du dir aber erarbeiten. Mit einer gewissen Leidenschaft, mit einer gewissen Beharrlichkeit, mit einer gewissen Ausdauer - ich habe in meinem Leben immer versucht, die Aufgaben mit Leidenschaft und Freude zu machen". Der Präsident des deutschen Organisationskomitees der WM 2006 sagte darüber hinaus: "Deswegen kenne ich auch keinen Stress. Dann wirst du irgendwann auch erfolgreich sein und das Glück bei dir einkehren. Du musst was tun! Diese glücklichen Momente musst du dir erarbeiten." Im Hinblick auf die Ausrichtung der zweiten WM in Deutschland nach 1974 konnte die "Lichtgestalt" nur einen Tipp für die erfolgreiche Jagd nach Eintrittskarten geben: "Das Unsicherste ist mich zu fragen. Das Sicherste ist, wenn man Verwandte in Angola, im Sudan, in Australien hat - da ist es leichter an Karten zu kommen als bei uns."

Zum "Diplomaten" durch WM-Bewerbung

Der Präsident des deutschen Rekordmeisters lernt immer noch dazu: "In erster Linie habe ich durch die WM-Bewerbung die diplomatische Seite kennen gelernt. Ich war alles andere als ein Diplomat. Ich habe doch mit jedem gerauft im übertragenden Sinne. Ich habe mir überhaupt nie was gefallen gelassen und hab´ sofort immer Kontra gegeben", äußerte der Kapitän der deutschen Weltmeistermannschaft von 1974 und Teamchef der siegreichen WM-Elf von 1990. Dann sei etwas eingetreten, was neu für ihn gewesen sei. "Ich musste präsentieren und wollte was von den anderen", verriet Beckenbauer, "die Jahrzehnte vorher in meinem Leben waren immer so, dass die Leute zu mir kamen und etwas von mir wollten. Und zum ersten Mal in meinem Leben wollte ich von denen etwas für die WM-Bewerbung. Und da habe ich dann meine diplomatischen Geschicke kennen gelernt."

Die "dunkle Seite" der Lichtgestalt

Beckenbauer sprach auch über seine "dunkle Seite": "Ich bin zu jedem freundlich und nett. Also warum soll mir jemand bös sein? Ich bin es ja auch nicht. Aber die Erkenntnis ist neu. Wenn ich mich erinnere, wie ich mich als Spieler aufgeführt habe oder später als Golfer. Ich habe die Schläger geschmissen vor lauter Zorn und habe alles beleidigt. Habe die Schiedsrichter, die Mitspieler, die Gegenspieler, die Zuschauer sowieso beleidigt - wenn ich herausgefordert wurde, konnte ich schon sehr bösartig und aggressiv sein. Jähzorn." Aber im Prinzip sei er harmoniebedürftig. Der einstige Weltklasse-Libero beschäftigte sich im Gespräch mit Kerner auch mit dem Tod. "Der Tod ist ein Bestandteil des Lebens. Der Tod führt dich in ein anderes Leben. Du musst den Tod als Freund nehmen", sagte Beckenbauer, der an ein Weiterleben nach dem Tod glaubt: "Die Seele ist unsterblich. Wir kommen ja irgendwo her aus dem Weltall. Da gehen wir wieder zurück. Wo das ist, das kann keiner bestätigen. Aber ich glaube daran und lebe eigentlich damit ganz gut."

© SID

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