Bedrohung auch für deutsche Vereine
Britische Fußballclubs leiden unter der Finanzkrise

Die Fußballclubs in der englischen Premier-League gehören zu den besten der Welt – weil sie am meisten Geld haben. Seit Jahren domieren sie die Champions League dank teurer Spieler. Doch viele Clubs haben Schulden, einige in dreistelliger Millionenhöhe. Und das belastet die Vereine in der Finanzkrise heftig. Und jetzt gehen auch noch wichtige Sponsoren pleite.

DÜSSELDORF. Die Stimmung in britischen Stadien ist unübertroffen. Aber um sie zu genießen, müssen die Fans mehr bezahlen als irgendwo sonst: Die durchschnittlichen Erlöse pro Fan sind für die britischen Vereine mehr als doppelt so hoch wie in der Bundesliga. Und daran dürfte sich auch trotz der Wirtschaftsflaute nicht viel ändern – der Engländer würde eher am Essen sparen als am Fußball.

Anders sieht die Lage bei den Sponsoren aus: Hier sind die Briten ohnehin nicht so gut aufgestellt wie die deutschen Vereine. Entweder zwingt die Finanzkrise Unternehmen zum Sparen sparen oder sie gehen direkt pleite. Besonders heftig hat als den Premier-League-Club West Ham United erwischt: Der Hauptsponsor namens XL Holidays meldete Konkurs an und hinterließ dem Club ein Loch von fünf Millionen Pfund.

Beinahe hätte es auch Newcastle erwischt: Der Trikotsponsor Nothern Rock geriet als erste britische Bank in Schieflage und wurde vom Staat gerettet. Indirekt bezahlt der britische Steuerzahler nun also auch die Kicker von Newcastle. Normalerweise würden sich die Fans von Manchester United darüber aufregen. Doch ihr Hauptsponsor ist der US-Konzern AIG. Die einstmals größte Versicherung der Welt bekam vor wenigen Wochen rund 85 Milliarden Dollar von der US-Regierung und braucht nun erneut knapp 38 Milliarden Dollar von der Notenbank.

Doch nicht nur die Sponsoren machen den Clubs in der Finanzkrise Sorge, wie erneut West Ham United nun erkennen musste: Der Klubbesitzer ist ein Isländer namens Björgolfur Gudmundsson. Und Gudmundsson ist Hauptaktionär der isländischen Bank Landsbanki, die nur knapp der Insolvenz entging. Zwar werde wie die britische Zeitung „The Times“ berichtet Gudmundsson den Club nicht auf dem Trockenen sitzen lassen. Aber der Spielraum für neue Investitionen sei zunächst einmal sehr beschränkt. Nun muss offenbar der Kader verkleinert werden.

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