Fußball
Bei der Kür wartet der Tanz mit den "Gauchos"

Nach dem vorzeitigen Einzug ins Halbfinale des "Confed-Cups" geht es heute für die deutsche Nationalmannschaft im Duell mit Argentinien nicht nur um den Gruppensieg: Für´s Prestige soll endlich ein "Großer" dran glauben.

Nach zwei Siegen und dem vorzeitigen Einzug ins Halbfinale geht es beim Confederations Cup für Gastgeber Deutschland heute Abend (20.45 Uhr/live in der ARD und bei Premiere) im letzten Spiel der Vorrunde um mehr als den Gruppensieg. Gegen Argentinien soll mit dem Stuttgarter Timo Hildebrand im Tor endlich eine große Fußball-Nation bezwungen und damit 353 Tage vor dem WM-Start ein deutliches Zeichen gesetzt werden.

"Wir wollen endlich einen Großen schlagen"

"Das ist ein Highlight. Wir wollen endlich einen Großen schlagen. Argentinien ist eine der Topmannschaften, wenn nicht sogar die beste Mannschaft der Welt derzeit. Das ist eine ganz besondere Herausforderung, uns an denen zu messen", sagte Bundestrainer Jürgen Klinsmann vor dem abschließenden Gruppenspiel beim Konföderationen-Pokal am Dienstag (20.45 Uhr/live in der ARD und bei Premiere) in Nürnberg gegen den Weltranglistendritten und Topfavoriten Argentinien.

Zwar hat die DFB-Auswahl das Minimalziel Halbfinale erreicht, nun soll aber mit einem Sieg nicht nur der Gruppensieg perfekt gemacht, sondern endlich auch die lange Durststrecke gegen die Topteams der Welt beendet werden. Der letzte Sieg gelang der deutschen Mannschaft vor vier Jahren und acht Monaten, als im Rahmen der WM-Qualifikation England im Wembleystadion durch ein Tor von Dietmar Hamann 1:0 besiegt wurde. Danach gab es elf Spiele gegen Argentinien, Brasilien, England, die Niederlande, Spanien und Frankreich ohne Erfolgserlebnis.

Einziges Dilemma für Klinsmann und Co.: Eigentlich wollten sie mit dem Gruppensieg im Halbfinale dem Duell mit Weltmeister Brasilien entgehen. Durch die 0:1-Pleite des fünfmaligen Weltmeisters gegen Mexiko droht nun aber dem Ersten der Gruppe A schon in der Vorschlussrunde ein Aufeinandertreffen mit den Südamerikanern.

Taktisches Geplänkel nicht gefragt

Dennoch soll es kein taktisches Geplänkel geben. "Wir können uns nicht raussuchen, gegen wen wir im Halbfinale spielen. Wir wollen das Turnier gewinnen, da müssen wir jeden schlagen", meinte Torsten Frings gelassen. Jeder wolle zeigen, "wer der Bessere ist", sagte Bernd Schneider, "das wird keinen Freundschaftsspiel-Charakter haben". Auch Assistenzcoach Joachim Löw forderte einen Sieg, "weil wir unabhängig vom Ausgang in der Gruppe B als Gruppensieger ins Halbfinale einziehen wollen."

Auf dem Weg dorthin vertrauen Klinsmann, Löw und Torwarttrainer Andreas Köpke VfB-Keeper Hildebrand. "Er hat eine sehr gute Saison gespielt und sich im Training in den vergangenen drei Wochen hervorragend präsentiert", begründete Löw die Entscheidung für den Schwaben, der sein drittes Länderspiel bestreiten wird. Jens Lehmann wird dafür im Halbfinale die Nummer eins sein, Oliver Kahn im möglichen Finale oder im Spiel um Platz drei den Vorzug erhalten.

Umstellen muss Klinsmann die Abwehr, wo Arne Friedrich wegen der zweiten Gelben Karte fehlt. So weit, so sicher. Wer für Friedrich jedoch spielen wird, wurde am Montag nicht verraten. Andreas Hinkel scheint die besten Karten zu haben. "Wir werden abwarten, in welchem körperlichen Zustand sich die Spieler im Training präsentieren", sagte Klinsmann nur: "Aber wir werden nicht die halbe Mannschaft ändern, sondern die Kontinuität beibehalten. Das Grundgerüst bleibt."

Bei Gruppensieg kein Umzug nötig

Und dieses Grundgerüst soll den Verbleib in Nürnberg bzw. in Herzogenaurach, wo sich das DFB-Team auf Einladung von Sponsor adidas im Hotel "Herzogspark" aufhält, in den nächsten Tagen sichern. "Nürnberg wäre für uns sehr wichtig, weil wir einen Reisetag weniger hätten", sagte Löw. Die Mannschaft bleibt beim Gruppensieg bis Sonntag in Nürnberg, wo am Samstag (18.00 Uhr) das erste Halbfinale steigt. Als Gruppenzweiter müsste das Team nach Hannover umziehen. Dort wird am Sonntag (18.00 Uhr) um den Einzug ins Endspiel gekickt.

Doch davon geht im Lager der deutschen Elf keiner aus. Die Siege über Australien (4:3) und Tunesien (3:0) haben trotz einiger Probleme vor allem im Defensivbereich das Selbstvertrauen der deutschen Mannschaft noch verstärkt. "Ich bin zuversichtlich, dass wir das packen können", sagte Klinsmann, der ohnehin ausgemacht hat, "dass bei den Argentiniern, aber auch bei den Brasilianern der Respekt vor uns gewachsen ist".

Vor allem das 2:2 im Februar in Düsseldorf gegen die "Gauchos" habe dazu beigetragen. "Da haben wir die Argentinier über weite Strecken dominiert. Die Art und Weise hat Eindruck hinterlassen", meinte Löw: "Wir wissen um die Stärken der Argentinier in der Offensive, kennen aber auch deren Schwächen. Wenn wir sie zu Fehlern zwingen, werden wir zum Erfolg kommen." Deshalb werde sich Argentiniens Coach Jose Pekerman "genau überlegen", so Klinsmann, "wie er seine Mannschaft auf- und einstellen wird. Er hat gesehen, welche Entwicklung wir genommen haben".

© Sport-Informations-Dienst, Neuss

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