Beine, Hosen, Leidenschaft
König Fußball und die Frauen

Sich dem Thema Fußball als Frau zu nähern, das kann mit einem bösen Foul enden. Noch immer sind manche Männer der Meinung, Frauen hätten keine Ahnung von dieser männlichen Passion, obwohl sie doch nun hinlänglich bewiesen haben, dass sie kicken können und Spielregeln beherrschen. Dennoch: Lieber sieht man(n) sie am Spielfeldrand. Aber so ins Abseits stellen lassen sich die weiblichen Fans der Fußballkunst nicht mehr.

HB BERLIN. Und sie nähern sich auf ungewöhnliche Weise dem Subjekt ihrer neu entdeckten Leidenschaft. Sie werfen auch schon mal einen künstlerischen Blick auf die Männer-Domäne. "König Fußball und die Frauen" ist das Thema einer Ausstellung, die von Mai bis Juli 2006 in Berlin in der Galerie im Körnerpark geplant ist.

Auf die Idee kam die Kuratorin Bettina Lukacevic durch Gespräche im Bekanntenkreis. "Ich habe festgestellt, dass oft in großen und kleinen Runden über Fußball geredet wird. Männergespräche. Wenn eine Frau sich da einmischt, wird sie immer noch nicht ernst genommen. Aber warum? Auch Frauen fasziniert das Spiel."

Deshalb machte sie sich auf die Suche nach Künstlerinnen, die sich mit dem Thema rund um den Ball auseinander setzen. Sie wurde fündig: Elf nationale und internationale Künstlerinnen widmen sich dem Spiel der elf Freunde auf sehr originelle Weise.

Eine, die antritt, ist die Aachenerin Michaele Brüll: Sie greift nicht zu Stutzen und Beinschonern, sondern zu Netzstrümpfen, um Fußball(er) ins rechte Licht zu setzen. Foto-Fußballszenen (mit Vorliebe von ihrem Heimatverein Alemannia Aachen) werden mit Nylon umgarnt und lassen neue Perspektiven nach dem Motto "Beine, Hosen, Leidenschaft" auf Spieler, Spiel und Umfeld zu.

Anne Dettmer dagegen steht auf Gummi: Farbenprächtige Körper stürmen und kämpfen miteinander um das runde Leder. Und an der weißen Wand scheint die Bewegung Wirklichkeit zu sein. Die Skulpturen sind aus drei Millimeter dicken Gummischnüren, die waagerecht an der Wand mit Hilfe von Nägeln festgehalten werden. Erst auf den zweiten Blick fällt etwas an den Körpern auf: Die Akteure sind kopflos, haben keine Hände - und das Schlimmste für einen Trippelkünstler: Es fehlen die massigen Oberschenkel und die Füße, die doch immer so filigrane Schießtechniken zelebrieren.

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