Berichterstattung
Beenhakker bittet Löw persönlich um Verzeihung

Leo Beenhakker hat sich bei Bundestrainer Joachim Löw für die Entgleisungen der polnischen Presse entschuldigt. Die Hetzkampagne müsse ein Ende haben, sagte Polens Nationalcoach zu seinem Amtskollegen, der jedoch keinen Grund für eine Entschuldigung sah..

Nach den Entgleisungen der polnischen Presse hat der polnische Nationalcoach Leo Beenhakker seinem deutschen Kollegen Joachim Löw vor der EM-Partie Deutschland gegen Polen am Sonntag in Klagenfurt (20.45 Uhr/live im ZDF) persönlich die Hand zur Entschuldigung gereicht. Die Trainer liefen sich am Rande der Abschlusstrainingseinheiten beider Teams am Samstag im Wörthersee-Stadion in Klagenfurt über den Weg.

"Joachim Löw hatte die Größe zu sagen, dass die Entschuldigung nicht nötig sei, weil diese Dinge nichts mit meiner Mannschaft zu tun haben", sagte der 65 Jahre alte Trainer, der zudem noch einmal die polnischen Medien bat, der Hetzkampagne gegen die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ein Ende zu setzen: "Ich bitte, dass diese Dinge nicht mehr aufgewärmt werden. Ich weiß um die Bedeutung des Fußballs für die nationale Befindlichkeit. Aber es ist trotzdem nur Sport."

Die polnischen Boulevardblätter Fakt und Super Express hatten in der vergangenen Woche mit verschiedenen Fotomontagen für große Aufregung gesorgt. Super Express hatte Beenhakker abgebildet, wie er die abgeschlagenen Köpfe von Löw und Kapitän Michael Ballack in den Händen hält. Die Zeitung Fakt hatte Beenhakker gezeigt, wie er scheinbar den vor ihm knienden Ballack enthaupten will.

"Die Show muss weitergehen"

Unterdessen erklärte Beenhakker, dass die kurzfristigen Ausfälle von Ersatztorwart Tomasz Kuszczak und Mittelfeldspieler Jakub Blaszczykowski im Turnierverlauf kein Problem für die "Kadra" darstellen werden. "Natürlich ist das enttäuschend für die beiden Spieler. Das darf uns aber nicht weiter kümmern. Die Show muss weitergehen", meinte Beenhakker.

Dagegen erklärte Blaszczykowski am Samstag überraschend, dass seine Oberschenkelverletzung am Donnerstag im Training nicht erneut aufgebrochen sei. "Der Arzt hat zuerst gesagt, ich würde nicht gegen Deutschland spielen, dann, dass ich nicht zu 100 Prozent fit wäre für die anderen Spiele. Ich habe mich nicht mit Beenhakker gestritten, der Trainer hat entschieden, dass ich nach Hause muss. Das ist alles, mehr sage ich nicht", erklärte der Profi von Borussia Dortmund.

© SID

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