Berliner Villengegend
Bierhoff stimmt Anwohner bei Grillabend ein

Bei einem gemeinsamen Grillabend hat Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff die in der Nachbarschaft des deutschen Quartiers wohnenden Berliner über die möglichen "Unannehmlichkeiten" bei der WM informiert.

Von Oliver Bierhoff persönlich wurden die Nachbarn im Schlosshotel am Grunewald bei einem gemeinsamen Grillabend auf die Titelkämpfe und die dadurch zu erwartenden Unannehmlichkeiten informiert. Bierhoff warb vorab für Verständnis für die Maßnahmen, die auf die Bewohner der vornehmen Berliner Villengegend zukommen werden, wenn der Tross des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ab Montag das kleine, aber feine Hotel bezieht.

Die Zufahrtsstraßen sperrt die Polizei, ein Sicherheitsdienst schirmt im Auftrag des DFB das Gelände ab, Bundes- und Landeskriminalamt behalten die Umgebung des Quartiers im Auge. "Wir haben früh angefangen, die Nachbarn miteinzubeziehen. Es war notwendig, ein Ventil aufzumachen", sagt Uta Felgner, Direktorin des Fünf-Sterne-Hotels.

Prominenz hinter dem Gartenzaun ist den Nachbarn keineswegs fremd. Regelmäßig steigen bekannte Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft im Schlosshotel ab. Fußballer sind hier im herrschaftlichen Palais aus wilhelminischen Zeiten mit eigener Parkanlage eher selten. Einzig Eintracht Frankfurt hatte sich beim DFB-Pokalfinale vor wenigen Wochen hier blicken lassen. Bundestrainer Jürgen Klinsmann geht also auch bei der Wahl der Unterkunft neue Wege. Zumal das Schlosshotel nicht an der offiziellen Ausschreibung für WM-Unterkünfte teilgenommen hatte, sondern allein wegen Klinsmanns guter Erinnerung an einen früheren Besuch des Hauses in die Auswahl kam. "Wir sind ein kleines, verschwiegenes, privates Hotel mit einer abgeschlossenen Atmosphäre. Sie haben keine anderen Gäste, die sie beobachten. Sie sind hier völlig entspannt´, sagt Uta Felgner.

54 Zimmer und ein eigener Wellness-Bereich der Extraklasse

54 Gästezimmer hat das dreistöckige denkmalgeschützte Gebäude, das zwischen 1912 und 1914 gebaut und zwischen 1991 und 1994 unter der Leitung von Modedesigner Karl Lagerfeld im Originalstil restauriert wurde. 53 der Zimmer dienen dem DFB zum Nächtigen - angefangen bei den Zimmern der Kategorie Deluxe ab 225 Euro pro Nacht über die Luxury Suite ab 395 Euro bis hin zur Grunewald Suite ab 1 200 Euro pro Übernachtung. Nur die Kaiser Suite ab 2 500 Euro wird nicht bewohnt, sondern zu einer Lounge umfunktioniert.



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Die Empfangshalle im Renaissance-Stil wird den Sammelpunkt der Mannschaft bilden. Die noch zahlreichen Sitzgruppen verwandelt die Belegschaft in einige wenige größere, um einer Kleingrüppchenbildung in der Freizeit vorzubeugen. "Man fragt vielleicht, werden sich Sportler in diesem barocken Ambiente wohlfühlen? Das denke ich schon. Alle von ihnen würden zuhause so nicht wohnen wollen, aber sie haben hier eine entspannte Atmosphäre. Das ist hier ja nichts Bedrückendes", sagt Felgner.

Der Wellness-Bereich und das Kosmetikstudio umfassen alles, was den Nationalspieler noch sportlicher und schöner macht: Schwimmbecken, Whirlpool und Sauna, Dampfbad, Fitnessgeräte und Sonnenbank. Die Parkanlage hat eine Fläche von 3 060 Quadratmetern, die Zimmer sind mit allem möglichen technischen Schnickschnack wie drahtloser Internetzugang oder elektronischer Hosenbügler ausgestattet. Die Marmorbäder haben Fußbodenheizung.

Auch Profis genießen "Denkmalschutz"

Zum Wohlfühlen gehört vor allem aber auch der sportliche Erfolg. Um den zu fördern, werden sich die 81 Mitarbeiter des Hotels dezent zurückhalten, um den Fußballern deren Ruhe zu garantieren. Felgner bestimmt die Verhaltensregeln: "Wir gucken die Spieler nicht dauernd an, und sprechen sie nicht dauernd an, auch wenn es reizt. Wir sprechen sie auch nicht auf Autogramme an", sagt die Hausherrin. Um den Bedürfnissen der Angestellten dennoch gerecht zu werden, wird es gleich zu Beginn der "Besatzungszeit" eine Autogrammstunde für das Hotelteam geben.

© SID

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