Bernd Schneider besticht durch große Spielintelligenz
Ein Mann für alle Fälle

Bernd Schneider ist im deutschen Team so etwas wie die Allzweckwaffe. Dort, wo gerade Not am Mann ist, springt der dienstälteste Feldspieler in die Bresche. In seinem 50. Länderspiel gegen Tunesien musste er am Samstag sogar hinten links aushelfen.

HB HERZOGENAURACH. Gegen Argentinien darf Bernd Schneider wieder auf seine Lieblingsposition hoffen. "Wir sehen ihn in erster Linie weiter auf der halbrechten Mittelfeldposition", sagte Assistenztrainer Joachim Löw über den Leverkusener.

Der 31-Jährige, der von Jürgen Klinsmann beim Confederations Cup zur "Allzweckwaffe" ernannt wurde, hörte das vor dem Top-Spiel am Dienstag in Nürnberg nur zu gerne. "Von Hause aus bin ich ein Mittelfeldspieler. Ganz klar, dass ich auch da am liebsten spielen möchte", sagte Schneider. Das ständige Pendeln zwischen Mittelfeld und Abwehr und von rechts nach links erträgt der gebürtige Thüringer zwar ohne öffentliche Klagen. "Wichtig ist, dass die Mannschaft Erfolg hat. Es ist für mich kein großes Problem, wie in der fast gesamten Saison in Leverkusen auch hinten rechts zu spielen." Intern aber äußert er schon sein Unbehagen, wie er scherzhaft durchblicken ließ: "Ich habe nach dem Tunesien-Spiel schon aus Spaß gesagt, Torwart könnte ich mir auch vorstellen."

Beim 3:0 gegen Tunesien sollte Schneider nach seiner Einwechslung für Thomas Hitzlsperger beim Stand von 0:0 eigentlich für Druck im halblinken Mittelfeld sorgen. Weil der Afrika-Meister aber viel Druck über rechts machte, musste der Leverkusener praktisch wieder Verteidiger spielen. "Bernd hat das erkannt. Er verfügt über eine große Spielintelligenz", lobte Löw den ältesten Feldspieler im Team, der 2002 mit die Vize-Weltmeisterschaft errungen hatte.

Genau das schätzen die DFB-Trainer seit Jahren an Schneider, der mit 732 Minuten neben den Mittelfeld-Kollegen Michael Ballack, Torsten Frings und Bastian Schweinsteiger die meiste Einsatzzeit in den 13 Länderspielen unter Klinsmann vorweisen kann. Sein Debüt hatte er am 27. Juli 1999 in Mexiko ebenfalls beim Confed-Cup gegen Neuseeland (2:0) gefeiert. Vor dem Argentinien-Match blickte er stolz auf 50 Partien im DFB-Trikot zurück: "Als kleiner Junge will man mal Bundesliga-Spieler werden. Wenn man das geschafft hat, will man Nationalmannschaft spielen. Jetzt bin ich seit dreieinhalb Jahren kontinuierlich dabei. Es gab viele bewegende Momente." Im Moment bewegt er sich vor allem auf vielen verschiedenen Positionen.

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