Fußball
Bestechungsskandal in Italien weitet sich aus

Serie-A-Aufsteiger FC Genua wird nach Bestechung gegnerischer Mannschaften nun auch die Beteiligung an illegalen Wetten vorgeworfen. Dem italienischen Klub droht nun die Zurückversetzung in die Serie B.

Die Freude über den Aufstieg in die italienische Serie A könnte beim FC Genua nicht mehr lange andauern. Der Klub, der sich laut Justizkreisen den Aufstieg durch die Bestechung gegnerischer Mannschaften erkauft haben soll, wird auch der illegalen Wetten verdächtigt. Mindestens drei Spiele sind laut Staatsanwalt Alberto Lari verdächtigt. Neben dem FC Genua sind auch AC Venedig und Piacenza Calcio in den Sog der Ermittlungen geraten.

Am Montag war der Klubchef des FC Genua, Enrico Preziosi, vor den Staatsanwälten aufgetreten. Der Genua-Präsident hatte sich jedoch geweigert, auf die Fragen der Staatsanwälte zu antworten. Er hatte ein Dossier mit seinen Stellungnahmen bezüglich des Skandals vorgelegt. "Ich bin kein Krimineller. Man behandelt mich wie einen Mafioso, doch ich bin vollkommen unschuldig", sagte Preziosi, ein reicher Spielzeugproduzent, im Interview mit der römischen Tageszeitung "La Repubblica" (Dienstag-Ausgabe).

Abgehörte Telefonate als Beweis

Die Staatsanwälte verweisen auf abgehörte Telefonate, aus denen hervorgehen soll, dass Genua Bestechungsgelder an den AC Venedig bezahlt habe. Vor dem Spiel soll einem Klub-Manager der Venezianer von Unbekannten ein Koffer mit 250 000 Euro übergeben worden sein. "Dieses Geld wurde AC Venedig für den Kauf eines Verteidigers bezahlt, wie aus dem Spielervertrag deutlich zu entnehmen ist", erklärte indes Preziosi.

Sollte sich die Manipulation bewahrheiten, droht Genua die Rückstufung in die Serie B. Dagegen wehrt sich Preziosi heftig. "Zehn Jahre lang haben die Genua-Fans auf die Serie A gewartet. Wir haben den Aufstieg verdient und werden ihn uns nicht wegnehmen lassen", meinte Preziosi.

© Sport-Informations-Dienst, Neuss

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