Bewährungsprobe für Reformer Jürgen Klinsmann
Auftakt gegen Australien: Jetzt zählt's

Jürgen Klinsmann hat in den ersten elf Monaten seiner Dienstzeit den halben DFB umgekrempelt - und ist damit nicht immer auf Gegenliebe gestoßen. Am Mittwoch wird sich zeigen, ob Klinis Methoden gefruchtet haben. Dann muss der Bundestrainer sein erstes Pflichtspiel als wichtigster Angestellter des Deutschen Fußball-Bundes erfolgreich gestalten.

HB FRANKFURT/MAIN. Klinsmann muss einfach die "Aussies" putzen, würde es in der Fan- Sprache heißen. Stammtisch-Diskussionen über eine Verlierertruppe beim Confederations Cup, so übermittelte der Geschäftsführende DFB - Chef Theo Zwanziger, wären für das WM-Jahr 2006 nicht gerade förderlich. Der Trainer Klinsmann steht gegen Australien erstmals in der Pflicht, auch wenn er sagt: "Jedes Länderspiel ist etwas besonderes."

Der altehrwürdige DFB, bei dem der frühere Stürmer schon vor einem Jahr "unter jeden Stein sehen" wollte, hat seinem neuen Bundestrainer in den vergangenen knapp elf Monaten fast alle Wünsche erfüllt, sieht man von der geplanten Rückholaktion von Berti Vogts ab. Klinsmann formierte einen "inneren Zirkel" mit Personen seines Vertrauens. Der 40-Jährige führte einen neuen Umgang mit den Spielern ein, verpflichtete amerikanische Fitness-Spezialisten, leitet von seinem kalifornischen Wohnsitz aus per Telefon-Konferenz und E-Mails das Unternehmen Nationalmannschaft.

Er impfte den Vorzeige-Kickern eine mutige, offensive Spielauffassung ein, zeigte ihnen aber ebenso ihre Defizite auf. Doch nun in der Frankfurter Arena gilt auch für den Trainer-Lehrling die von "Dino" Otto Rehhagel verbreitete Fußball- Weisheit: Die Wahrheit liegt auf dem Platz.

Der Sonnyboy aus Kalifornien hat einen frischen und total zielorientierten Kurs gewählt, der nur Optimismus kennt, aber einige Risiken birgt. "Ich stoße schon allein deshalb auf Widerstand, weil die Leute befürchten, ich könnte ihnen etwas wegnehmen", hat der Schwabe einmal den Gegenwind beschrieben von "Menschen, die sich mit allen Mitteln gegen Veränderungen stemmen". Beim DFB gab und gibt es davon einige. Nicht wenige listen schon jetzt die ungewöhnlichen Klinsmann-Methoden auf, um sie im negativen sportlichen Fall gegen den Trainer-Novizen zu verwenden. Der Weltmeister von 1990 hat nicht bei Trainer-Ikonen wie Rehhagel oder Franz Beckenbauer gelernt, sondern bei Business-Managern in den USA.

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