Bewerbungsfrist verlängert
DFB reagiert auf Kritik an EM-Ausschreibung

Stell dir vor es ist EM und keiner richtet sie aus: Borussia Dortmund hat angesichts der langen Liste mit Kriterien für den Stadionausbau dem DFB mit der Absage als Spielort gedroht. Der Verband reagiert umgehend.
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DortmundDer Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat die Frist für die EM-Bewerber-Städte zur Einreichung ihrer Kandidatur um einen Monat bis zum 10. Juli verlängert und weitere Gespräche angeboten. Zuvor hatte die Stadt Dortmund Kritik wegen unkalkulierbarer finanzieller Risiken geäußert und einen Rückzug als EM-Stadt für 2024 in Erwägung gezogen. „Offensichtlich haben unsere Bemühungen Erfolg gehabt“, sagte Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) am Mittwoch in Dortmund. Der zeitliche Aufschub gebe die Möglichkeit, noch einige Dinge anzusprechen und zu klären.

In einem Schreiben vom Dienstag, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, lädt der DFB für den 7. Juni in die Zentrale nach Frankfurt ein. Die Lage habe sich etwas entspannt, sagte Sierau. Ob aus dem Gespräch in Frankfurt aber nennenswerte Erkenntnisse mitzunehmen seien, bleibe abzuwarten. Der DFB wollte sich zum Thema EM-Bewerbung am Mittwoch nicht äußern. Ursprünglich sollten die Städte bis zum 12. Juni ihre Bewerbung einreichen.

Zuletzt hatte es aus Dortmund, das aktuell das Stadion mit dem größten Fassungsvermögen in Deutschland vorweist, deutliche Kritik gegeben. Der Dortmunder Oberbürgermeister hatte betont, der DFB fordere eine pauschale Zusage, ihn „auf eigene Kosten bestmöglich zu unterstützen“. Aus dem Forderungskatalog gehe aber nicht hervor, wie hoch die Kosten wirklich seien. „Wir können sie nicht beziffern. Wenn das Geschäftsmodell von DFB und UEFA ist, wir bezahlen und sie kassieren, dann ist das etwas einseitig“, wird Sierau in verschiedenen Medien zitiert. Dortmund kündigte an, den Rat entscheiden zu lassen.

Aus ähnlichen Gründen hatte zuletzt Kaiserslautern eine Bewerbung verworfen. Dortmunds Mitbewerber wie Köln, Mönchengladbach, Gelsenkirchen, Frankfurt, Stuttgart, Hamburg und Düsseldorf erklärten am Mittwoch, sie wollten an der Bewerbung festhalten. „Wir haben die Kriterien des DFB analysiert und Düsseldorf hält an seiner Bewerbung fest“, sagte Stadtdirektor Burkhard Hintzsche.

In Frankfurt hieß es, die unklare Kostensituation befriedige natürlich nicht. Im Vorfeld sei dies aber abgeklärt worden. Gerade auch beim Thema Sicherheit sei das in den heutigen Tagen nicht einfach, sagte Andrea Brandl, Referentin des Frankfurter Sportdezernenten Markus Frank (CDU). Mitte September will der DFB zehn Städte auswählen. Neben Deutschland will sich auch die Türkei um die Ausrichtung der Fußball-Europameisterschaft 2024 bewerben.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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