Bezahlsender auch bei Champions-League-Rechten unter Zeitdruck
Neuer Hoffnungsschimmer für Premiere

Nach dem Erwerb der TV-Exklusivübertragungsrechte der Fußball-Bundesliga ab der kommenden Saison will der Rechteinhaber Arena intensiver mit anderen Kabelbetreibern über Kooperationen sprechen. Auch eine Zusammenarbeit mit dem im Rechtepoker unterlegenen Konkurrenten Premiere schließt das Unternehmen nicht aus. Einige Analysten sehen indes in dem Bezahlsender bereits einen Übernahmekandidaten.

HB MÜNCHEN. „Unity Media und die anderen Kabelbetreiber haben intensiv Gespräche geführt in den letzten Monaten. Und es ist sicher daran gedacht, dass wir die Gespräche intensivieren“, sagte Arena-Sprecher Bernard de Roos am Donnerstag in München bei einer Pressekonferenz der Deutsche Fußball Liga (DFL), die die Rechte am Mittwoch vergeben hatte. Unity Media ist die Muttergesellschaft von Arena. Zugleich erklärte de Roos, er rechne für die Übertragung der Fußball-Bundesliga fest mit einer Zusammenarbeit auch mit dem größten deutschen Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland. dass Auf die Frage, ob er sich auch eine Zusammenarbeit mit Premiere vorstellen könne, sagte de Roos: „Ich schließe nichts aus."



Branchenexperten hatten bereits zuvor nicht ausgeschlossen, dass am Ende nicht doch noch ein Teil der Pay-TV-Rechte wieder bei Premiere landen könnte. Denn nicht nur nach Einschätzung von Premiere Vorstandschef Georg Kofler ist der neue Rechteinhaber Arena ein „Nobody“. Ein Geschäftsmodell, dass sich für Premiere mit seinem großen Kundenstamm nicht rechne, werde sich auch für die Kabelnetzbetreiber nicht auszahlen, sagt ein Branchenexperte. Es sei fraglich, ob ein Neuling die Herausforderung aus dem Nichts operativ stemmen könnten. Zudem können die Netzbetreiber erst einmal nur Kunden mit Kabelanschluss bedienen, was mit Fußball-Interessierten passiert, die über Satellit fernsehen, ist noch offen.

Trotz dieser Überlegungen sagen Branchenexperten Premiere nach dem Verlust der für ihn wichtigen Bundesliga-Übertragungsrechte eine unsichere Zukunft voraus. „Die Kernfrage ist: Ist Fußball die Killer-Applikation oder nicht? Premiere hat uns hundertmal gesagt, das es das ist. Deshalb sehen wir keinen Anlass, von dieser Annahme abzuweichen“, fasste HVB-Analyst Peter-Thilo Hasler am Donnerstag in einer Kurzstudie seine Bedenken zusammen. Das Geschäftsmodell und die Rentabilität des Konzerns stünden vor einer Zerreißprobe, schrieb LRP-Analyst Christian Schindler. Es wäre wichtig gewesen, Neulinge aus dem Pay-TV-Geschäft herauszuhalten, schrieb WestLB-Analyst Stefan Weiss.

„Wir rechnen damit, dass der Verlust der Bundesliga ein knappes Drittel der Premiere-Abonnenten zu einer Kündigung des Abonnements veranlassen wird“, erklärte Hasler. Schlimmstenfalls könne Premiere auch wieder in die Verlustzone zurückstürzen. Auch Weiss glaubt, dass Premiere zahlreiche Kunden verlieren wird. Bis Mitte 2007 rechnet er mit einem Aderlass von rund 26 Prozent. Ab 2008 sollte das Premiere-Geschäftsmodell aber auch ohne Bundesliga-Rechte funktionieren. Premiere könnte aber zu einem Übernahmeziel werden. Derzeit gebe es jedoch keinen Grund, etwa für die Deutsche Telekom, ein Angebot zu machen. „Es hat am Ende keinen Sinn, dass es zwei konkurrierende Pay-TV-Anbieter gibt“, sagte Analyst Harald Heider von Natexis Bleichroeder. „Und bei 14 Euro Aktienkurs ist Premiere sicher ein Übernahmekandidat“, fügte er hinzu.

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