Bilanz der Bundesliga
FC Bayern - der Dominator schadet der Liga

Die Bundesliga-Saison war spannend bis zuletzt, aber nur am Tabellenende. Vorne herrschte schnell Langeweile. Die sportliche und wirtschaftliche Dominanz der Bayern ist auf Dauer schlecht für die Liga. Ein Kommentar.
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DüsseldorfFußball ist Teil des Showbusiness und deshalb ein Milliardengeschäft. Die 18 Vereine aus der 1. Bundesliga leisten sich rund 500 Spieler, die zusammen mehr als zwei Milliarden Euro wert sind. Rund 850 Millionen Euro im Jahr zahlen die Klubs an die Kicker, im Schnitt sind das etwa 1,7 Millionen Euro pro Spieler.

Solche Durchschnittwerte verschleiern allerdings die wahren wirtschaftlichen Verhältnisse in der Liga. Der FC Bayern München hat mit Abstand den wertvollsten Kader der Bundesliga und zahlt im Vergleich zur Konkurrenz gigantische Gehälter. Rund 160 Millionen Euro kosten die Profis dort, das ist doppelt so viel wie bei den großen Konkurrenten.

Topspieler des FC Bayern München verdienen mehr als zehn Millionen Euro im Jahr – davon können fast alle Kicker in anderen Bundesliga-Klubs nur träumen. Ein Mario Götze hat solch ein Gehaltsniveau in Deutschland sogar schon mit Anfang 20 erreicht. Nach Berechnungen eines Magazins verdient der Jungstar gut 16 Millionen Euro im Jahr.

Im Grunde hat der Weltmeisterheld der Deutschen mit seinem aktuellen Vertrag also schon ausgesorgt, wenn er klug mit dem Geld umgeht. Warum also soll er sich noch bis zur letzten Sehne zerreißen, jedes Jahr noch ein Stück besser werden, um vielleicht irgendwann das Niveau eines Messi oder Ronaldo zu erreichen?

An Götze als Person und dem FC Bayern als Klub zeigt sich das Dilemma der Bundesliga. Es gibt nur eine Spitzenmannschaft, die mit horrenden Gehältern die besten Spieler der Liga anlockt. Das lähmt im Zweifel vielleicht die Entwicklung eines Spielers selbst, aber mit Sicherheit die Konkurrenz, die durch Abwanderung von Topleuten geschwächt wird.

Die gerade zu Ende gegangene Spielzeit belegt das Muster: Zum zweiten Mal in Folge werden die Bayern früh Meister. Kein anderer Verein kommt auch nur annähernd an die Münchener heran – sportlich wie wirtschaftlich. Der FC Bayern spielt in einer eigenen Liga. Deshalb herrschte erneut früh Langeweile an der Spitze. Und das schadet der Bundesliga.

Kommentare zu " Bilanz der Bundesliga: FC Bayern - der Dominator schadet der Liga"

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  • Die Analyse des Artikels reicht weit, leider nicht das an den Beginn gestellte Fazit, das sich auf die Bundesliga beschränkt: die Bayern seien als Überfleiger in der Bundesliga zu gut und damit für die Liga schädlich. Fußball ist längst (auch) europäisch. Die Bayern gewinnen trotz ihres Einkaufskannibalismus nicht die Championsligue, sind also europäisch nicht unangefochtene Spitze. Die Bayern können nun aber nicht für die Bundesliga so schlecht sein, wie sie sein sollen und gleichzeitig europäische Pokale holen. Das Fazit müsste lauten: nicht die Bayern tun zu viel sondern die Bundesligisten ab Platz 2 tun zu wenig, um sowohl in der Liga als auch im europäischen Vergleich Spitze werden zu können.

    Natürlich ist Geld nur ein (=1) Faktor und nicht allein entscheidend. Dies aber ist Sache der Fußball- und Vereinskultur in einem Land – wir sind nun mal nicht England oder Spanien – wo man keinem Verein einen Vorwurf machen kann, wenn er seine Sache (zu?) gut löst.

    Oder anders gesagt: keine Liga wird besser, wenn man das Beste köpft.

    Apropos Effizienz: Die Bayern klotzen allenfalls im Verhältnis zur Liga – im europäischen Vergleich gibt es andere Kaliber. Die Bayern haben keinen Ronaldo und keinen Messi. Aber mancher Spieler erreichte bei den Bayern erst seine größte Blüte....

  • Sorry, der Kommentar ist reiner Unsinn! Wenn man ihn liest könnte man meinen, die Bundesliga verliert gerade die Zuschauer wegen der Bayern-Dominanz! Und Bayern hätte alle anderen Gegner in Grund und Boden gespielt... vielleicht sollte man sich die Punktebilanz von Bayern gegen andere Spitzenteams nochmal ansehen... aber vielleicht ging es dem Kommentator nicht um Fakten?

    Bayern war die konstanteste Mannschaft, die Meisterschaft wurde gegen die kleineren Teams gewonnen, da hätten andere Spitzenmannschaften eigentlich auch das Potential.

    Zugegeben, es wäre schön noch zwei Mannschaften in Deutschland zu haben, die das Potential haben die CL zu gewinnen. Deswegen schadet aber Bayern niemanden, im Gegenteil, der Spielstil bringt die Liga weiter und es gibt ein paar Clubs die in ein paar Jahren wesentlich weiter sein werden als heute.

    Zudem ist dieser Blödsinn, dass Geld der entscheidende Faktor ist, echt nur ein Voruteil. Klar TSV Ampfing kann man nicht Bundesliga spielen. Aber: Mangelt es dem HSV etwa am Geld? Und Ingolstadt ist aufgestiegen, RB Leizig nicht. Stuttgart hat den Abstieg gerade vermieden... alles ganz arme Vereine!!! Wenn man die gesamte Liga ansieht, ist die These Geld gleich Erfolg eher widerlegt als bestätigt!

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