Bilanz der Weltmeister Kein Lahm, kein Schweinsteiger – kein Problem

Sie sind jung, erfolgreich, nur so wirklich wild sind sie nicht: die deutschen Fußballnationalspieler. Löws Musterknaben haben das Loch nach dem WM-Titel eindrucksvoll überwunden. Altstars? Werden nicht gebraucht.
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Der Kern des Weltmeister-Teams von 2014 spielt nicht mehr: Kapitän Philipp Lahm und sein Co Bastian Schweinsteiger. Quelle: dpa
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Der Kern des Weltmeister-Teams von 2014 spielt nicht mehr: Kapitän Philipp Lahm und sein Co Bastian Schweinsteiger.

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Düsseldorf25! Das ist nicht irgendeine Zahl, es handelt sich dabei um das Durchschnittsalter der Startelf der deutschen Fußballnationalmannschaft im WM-Qualifikationsspiel gegen San Marino. Den 8:0-Erfolg fuhr eines der jüngsten Teams der Quali ein. Serge Gnabry (21), im Sommer noch Olympia-Zweiter in Rio geworden, erzielte bei seinem Länderspieldebut gleich drei Treffer.

Auch Benjamin Henrichs (19) wusste bei seiner Premiere zu gefallen. Damit gibt es im ohnehin jungen Team von Bundestrainer Joachim Löw wieder zwei Youngster, die sich für den festen Kader empfehlen konnten. Wenn am Dienstagabend im abschließenden Freundschaftsspiel des Jahres Deutschland in Mailand gegen Italien antritt, werden voraussichtlich vier der jüngsten von Anfang an auf dem Platz stehen.

Es ist das dritte Mal in diesem Jahr, dass sich die Teams gegenüberstehen. Und beide Male konnte sich die DFB-Auswahl bisher durchsetzen. Doch da der Bundestrainer Rücksicht auf das anstehende Spitzenspiel München gegen Dortmund nehmen möchte, werden neben einigen Stammkräften sicher auch die Reservisten zum Zug kommen.

Die elf Heilsbringer des Weltmeisters
Serge Gnabry
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Die Geschwindigkeit seines Aufstiegs ist schwindelerregend, Serge Gnabry (l.) aber steht sogar für eine ganze Generation neuer deutscher Fußball-Talente. Mit drei Toren bei seinem Debüt in der Nationalmannschaft gegen San Marino katapultierte sich der 21 Jahre junge Schwabe in neue Sphären. Gnabry ist schnell, körperlich robust, technisch gut, abschlussstark. Die Voraussetzungen stimmen, um eine tragende Rolle im deutschen Sturm zu spielen.

Die Zukunft
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Ob Gnabry sein rasantes Entwicklungstempo aus den vergangenen Monaten halten kann, muss sich zeigen. Der Einstand für den Sohn eines Ivorers und einer Schwäbin beim 8:0-Sieg im verregneten und kalten San Marino war jedenfalls verheißungsvoll. „Drei Tore - hätte schlechter laufen können“, meinte Mario Götze. Löw will diesen Effekt nutzen, um im Sommer 2018 in Russland den WM-Triumph zu wiederholen. Gleich acht der 20 Akteure, die nach dem 8:0 in der Mini-Republik nun am Dienstag den Klassiker gegen Italien angehen, sind 22 Jahre oder jünger.

Benjamin Henrichs
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Mit 19 Jahren steht Benjamin Henrichs (M.) bereits vor seinem Länderspieldebüt. 18 Bundesligaspiele hat Henrichs erst in seiner Bilanz stehen. Seinen Aufstieg kann Henrichs selbst noch nicht fassen: „Erst Bundesliga, dann Champions League, jetzt Nationalmannschaft: Das ist krank.“ Seine Einsatzchancen im Qualifikationsduell bei San Marino am Abend stehen ganz gut.

Yannick Gerhardt
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So wie Benjamin Henrichs, kannten den Namen Yannick Gerhardt vor wenigen Monaten nur die Insider. Der 22-jährige Defensivmann vom VfL Wolfsburg darf sich schon darauf freuen, in Mailand als 86. Neuling der Ära Joachim Löw auflaufen zu können. „In aller erster Linie geht es mir darum, noch einmal den einen oder anderen Spieler zu sehen, in einem Spiel, in dem man richtig gefordert wird“, verriet der Coach.

Leon Goretzka
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Erstmals seit mehr als zwei Jahren gehört Leon Goretzka dem elitären Zirkel wieder an. „Er hat damals schon einen sehr, sehr guten Eindruck gemacht. Er war immer wieder mal verletzt, die Pausen haben ihn zurückgeworfen. Aber in diesen Jahrgängen, in denen wir derzeit suchen, ist er einer der Talentiertesten“, lobt Joachim Löw. Der Schalker hat sich mit seinen guten Auftritten und der Silbermedaille beim olympischen Turnier in Brasilien in den Vordergrund geschoben. Die Wahrscheinlichkeit, dass auch der Schalker am Dienstagabend Spielzeit erhält, ist nicht gering.

Max Meyer
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Neben Benedikt Höwedes und Leon Goretzka ist Max Meyer der dritte Schalker in der Nationalmannschaft. Nach seiner Bänderverletzung versicherte der 21-Jährige, dass er für die beiden kommenden Länderspiele gegen San Marino und Italien fit ist. Der Mittelfeldmann führte Schalke zuletzt mit einer starken Leistung zum Heimsieg gegen Bremen.

Julian Brandt
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In Leverkusen gehört Julian Brandt seit knapp zwei Jahren zur Stammelf. Dort erzielte der 20-Jährige in den vergangenen vier Bundesliga-Spielzeiten insgesamt 16 Tore und bereitete zwölf Treffer vor. Er ist eine „Allzweckwaffe“ für die Zukunft. Seinen vier Länderspielen (Debüt am 29. Mai 2016 gegen die Slowakei) werden sicher noch viele DFB-Einsätze folgen. Für das Spiel gegen Italien fällt er aber erstmal wegen einer Grippe aus.

Wie immer das Spiel auch ausgehen mag, schon jetzt steht fest, dass 2016 besser zu Ende gegangen ist, als es begonnen hat. Sogar mit Segen des Papstes.

Die Länderspielsaison 2015/16 war durchwachsen. Sie sah das Finale einer zähen EM-Qualifikation, oftmals antriebslose Auftritte der Mannschaft, die 2014 noch Weltmeister geworden war. Nach wackligen Vorstellungen bei der EM selbst kam das Halbfinal-Aus des Teams wieder einmal nach einer der besseren Turnierleistungen.

Es war die Torabschlusskrise, die Löw nach wie vor nicht abstellen konnte. Der Mannschaft gelangen zu wenig Treffer, um die eigene Überlegenheit in souveräne Siege umzumünzen. Die bittere Niederlage gegen Frankreich war ein potenzieller Wirkungstreffer. Einer, der womöglich gereicht hätte, den angeknockten Weltmeister auf die Bretter zu schicken.

Doch es kam anders.

Kein Gegentreffer in fünf Spielen
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