Bilanz im Fußball-Transfermarkt
Endspurt im Milliardenspiel

Welcher Fußball-Klub macht heute noch einen großen Spieler-Deal perfekt? In Deutschland muss bis 18 Uhr alles fix sein, danach geht bis Weihnachten nichts mehr. Die vorläufige Bilanz im großen Geschacher um Kicker.
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DüsseldorfZum Saisonstart haben die 18 Vereine der Bundesliga so viel Geld wie nie zuvor für Spieler ausgegeben – mehr als eine halbe Milliarde Euro. International rangiert Deutschland aber nur auf Platz drei – weit hinter England und Italien. Die englischen Vereine dominieren den Markt für Fußballspieler bereits seit Jahren. Und das dürfte sich vorerst auch nicht ändern.

Heute um 18 Uhr endet in Deutschland die Frist, bis zu der Fußballspieler gekauft oder verkauft werden können. Erfahrungsgemäß steigt bei einigen Vereinen dabei die Hektik, weil manche Geschäfte erst in den letzten Stunden perfekt gemacht werden – und manchmal auch voneinander abhängen. Unabhängig von diesen Deals in letzter Minute sind die Trends bereits klar.

Erneut gibt die Premier League mehr als eine Milliarde Euro für Spieler aus: dieses Mal sogar über 1,2 Milliarden Euro. Und wiederum ist davon nur weniger als die Hälfte durch Einnahmen gedeckt. Das bedeutet: Der negative Saldo in der Transferbilanz der Premier League übersteigt in diesem Sommer deutlich die Marke von einer halben Milliarde Euro – fast 700 Millionen Euro waren es bis Dienstag.

Eine gewaltige Summe, die da verpulvert wird. Und kein Einzelfall: In den vergangenen zehn Jahren haben sich die roten Zahlen der Premier League auf stattliche 4,3 Milliarden Euro summiert. Dabei wurden fast so viele Spieler verkauft wie gekauft: jeweils gut 5000 in zehn Jahren. Und: Die Ausgaben sind seit 2007 in England mit 9,3 Milliarden Euro drei Mal so hoch wie in der Bundesliga.

Zurück zur aktuellen Transferperiode: Wie abgehoben die englischen Klubs agieren, zeigt ein Vergleich. Die Italiener geben mit rund 650 Millionen Euro weniger Geld aus für Fußballer als die Engländer an Transfer-Minus erwirtschaften. Noch entscheidender ist die Bilanz: Mit gut zehn Millionen Euro ist sie in der Serie A nur leicht negativ, genauso wie in Spanien.

Die Bundesliga leistet sich immerhin ein Minus von mehr als 50 Millionen Euro in der aktuellen Transferperiode. Doch das sind fast Kleinigkeiten gegenüber der englischen Liga, die international seit einigen Jahren notorisch erfolglos ist. Das ist für die Fans in aller Welt und die großzügigen Sponsoren aus der Wirtschaft jedoch offenbar kein Argument.

Kommentare zu " Bilanz im Fußball-Transfermarkt: Endspurt im Milliardenspiel"

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  • Ralph S.25.08.2016, 12:45 Uhr
    Stimmt nicht. Die einzige Spielregel die es gibt, sind keine Kinder. Ansonsten ist meine Herzdame (inzw. sogar Verlobte) absolut gleichberechtigt. Und wird nach der Uni als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten. Wenn ich mit spätestens Mitte 40 mit dem Börsenzeugs aufhöre, und als GT3 -Fahrer im selbst finanzierten Team in der VLN mit einem R8 LMSultra teilnehme.


    Hahahahahahahahahahahahahaha



  • Zur Zeit haben wir eine Fußballblase, die genau so zerplatzen wird wie die Finanzblase, die Immobilienblase oder die Tech-Blase . Irrsinnige Gehälter für lahmarschiges Fußball spielen. Ich habe ein paar Spiele aus England verfolgt, das Niveau ist auch nicht besser als in der 2. Bundesliga. Vor lauter Geld zählen kommen die gar nicht mehr zum spielen.

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