Bilanzfälschungsverdacht
Bundesligist Schalke gerät ins Visier der Fahnder

Die Staatsanwaltschaft Essen hat ein Ermittlungsverfahren gegen den Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 wegen des Verdachts der Bilanzfälschung und Insolvenzverschleppung eingeleitet.

HB GELSENKIRCHEN. Die Behörde bestätigte am Mittwoch einen entsprechenden Bericht der „Süddeutschen Zeitung“. Es geht um die bilanzielle Bewertung des Grundstücks Parkstadion, der früheren Schalke-Spielstätte. Die Stadt Gelsenkirchen hatte das Grundstück für ein Euro verkauft. In der Schalke-Bilanz schlägt es mit 15,6 Millionen Euro zu Buche.

Von Schalke war zur Einleitung des Ermittlungsverfahrens lediglich von Finanzvorstand Josef Schnusenberg zu hören: „Sollen sie machen. Ich habe keine Ahnung. Davon weiß ich noch nichts.“ Der Wert des Grundstücks lag nach Berechnungen der Stadt bei einer Million Euro. Der Rat habe aber beschlossen, es für einen Euro an Schalke abzugeben, weil die Sanierung des Stadions mit einer Umnutzung als Leichtathletikstätte etwa eine Million Euro verschlungen hätte, sagte Stadtsprecher Martin Schulmann. Die Unterhaltungskosten wären ebenfalls hoch. „Das war für uns eine gute Option, das Gelände abzugeben.“ Laut Vorschriften darf das Gelände nur für Sportzwecke genutzt werden.

Auch Schalke will offenbar das Gelände für sportliche Belange nutzen. Vorgesehen sei der Bau eines kleineren Stadions für die Oberliga-Mannschaft. Nach dpa-Informationen soll Schalke aber als Grundstückswert die Preise für allgemeine Grundstücke in der Umgebung angesetzt haben. Mit dem hohen Wert habe der Verein die Bilanz 2003 „attraktiver gestalten“ können, schreibt die „Süddeutsche Zeitung“. Der Verlust von 19 Millionen Euro habe wesentlich erträglicher gestaltet werden können. Schalke habe sich bei dem Wert auf einen Gutachter bezogen.

Die Staatsanwaltschaft wollte sich nicht zu den Details äußern. Sie hatte nach Vorermittlungen in den vergangenen Wochen vor allem Unterlagen der Stadt ausgewertet. Jetzt kam sie zu dem Schluss, die Vorermittlungen in ein ordentliches Ermittlungsverfahren überzuleiten (Az 301 AR 48/06). Mit Ergebnissen sei im Jahresverlauf zu rechen, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wilhelm Kassenböhmer.

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