Fußball
Blatter fordert ab sofort solide Finanzpolitik

Fifa-Präsident Joseph S. Blatter hat den Finanzhaushalt der europäischen Profiklubs ins Visier genommen. "Die Klubs müssen ihre Finanzpolitik so gestalten, dass man nicht mehr ausgibt als man einnimmt", so der Schweizer.

Fifa-Präsident Joseph S. Blatter hat das Finanzgebaren der europäischen Profiklubs ins Visier genommen. "Die Klubs müssen ihre Finanzpolitik so gestalten, dass man nicht mehr ausgibt als man einnimmt", sagte der Schweizer in einem Interview mit der Fachzeitschrift kicker und machte seine Vorstellungen am Beispiel von Spielergehältern deutlich: "Wenn man bezahlen kann, ist es gut. Aber Gehälter können nicht auf Kosten einer Verschuldung gehen. Und da ist die finanzielle Kontrolle der Klubs sehr wichtig."

Negativbeispiel Borussia Dortmund

Prominente Beispiele haben in jüngster Zeit für Aufsehen im internationalen Fußball gesorgt: Allen voran Borussia Dortmund, das mit 90 Mill. Euro Verbindlichkeiten in große Schwierigkeiten geraten war, oder in Italien die römischen Traditionsklubs AS und Lazio.

In dem Doppel-Interview erklärte WM-OK-Chef Franz Beckenbauer, dass vor allem die Entwicklung der Gehälter für eine derartige Zustände gesorgt hätten. "Durch den Zusammenbruch der Kirch-Gruppe und den Rückgang der Fernsehgelder wurde man bei uns wieder zurück zur Realität geführt", sagte der "Kaiser" zur Entwicklung in Deutschland.

Dennoch seien nach Meinung des Weltmeisterkapitäns von 1974 die Kontrollinstanzen in Deutschland völlig ausreichend: "Du kriegst in Deutschland keine Lizenz, wenn die Finanzen nicht stimmen, wenn die Liquidität nicht stimmt."

Blatter will Zwei-Klassen-Gesellschaft vermeiden

Blatter will in diesem Zusammenhang die nationalen Verbände "vermehrt in die Verantwortung nehmen. Das war Thema auf dem letzten Kongress der Uefa im Frühjahr. Wenn sich die Verbände von den Klubs einfach überspielen lassen, haben wir die Pyramide nicht mehr im Griff. Und wenn die Pyramide nicht mehr stimmt, dann ist die Universalität des Fußballs in Frage gestellt. Dann haben wir eine Zwei-Klassen-Gesellschaft mit den Reichen und den Armen. Das steht der Zielsetzung der Fifa diametral entgegen".

© Sport-Informations-Dienst, Neuss

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