Blatter und die Korruptionsvorwürfe
Neun Fragen zum Fifa-Skandal

Ethikhüter, die sich uneins sind. Zeugen, die sich verraten fühlen. Vorwürfe, die die Staatsanwaltschaft prüft. Zeit, dass auch Fifa-Boss Sepp Blatter im Skandal um die WM-Vergabe mitmischt. Neun Fragen, neun Antworten.
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DüsseldorfAls der Sturm über den Fußball-Weltverband Fifa hereinbrach, schwieg der Boss. Joseph Blatter brauchte eine Woche um auf das hausgemachte Kommunikationsdesaster zu reagieren. Nun hat er Strafanzeige erstattet. Dabei geht es um Korruptionsvorwürfe bei der Vergabe von Weltmeisterschaften und die Untersuchungen der Fifa-Ethikkommission. Das sind die wichtigsten Fragen zum aktuellen Fifa-Skandal.

Worüber streitet die Fußballwelt?
Konkret geht es um die Untersuchungsergebnisse der hauseigenen Ethikkommission, die eingesetzt wurde, um eine Frage zu beantworten: Stimmen die Korruptionsvorwürfe rund um die Vergaben der Weltmeisterschaften 2018 und 2022 an Russland und Katar? Das Problem: Die beiden Vorsitzenden – der deutsche Richter Hans-Joachim Eckert und der US-amerikanische Ermittler Michael Garcia – kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Eckert hatte den Garcia-Bericht ausgewertet und war zu dem Schluss gekommen: Korruption sei bei den WM-Vergaben nicht im Spiel gewesen. Eine neue Vergabe müsse nicht in Betracht gezogen werden. Garcia widerspricht diesem milden Urteil. Er kündigte wegen „zahlreicher unvollständiger und fehlerhafter Darstellungen der Tatsachen und Schlussfolgerungen“ Berufung gegen den Bericht an.

Wieso kann ein und derselbe Bericht derart unterschiedlich interpretiert werden?
Darüber sprechen Eckert und Garcia sicherlich, wenn sie an diesem Donnerstag in der Fifa-Zentrale in Zürich aufeinandertreffen. Es lässt sich mutmaßen, dass bei der Bewertung der deutsche Richter rein die juristische Verfolgbarkeit im Blick hatte, während in Garcia noch das Herz des früheren Mafia-Jägers schlägt. Sprich: Ihm könnte korruptes Verhalten und Vetternwirtschaft übel aufstoßen, obwohl dieses juristisch nicht anfechtbar ist. Beispielsweise die Vergabe von Aufträgen in Länder, deren Unterstützung noch unsicher war.

Warum wird nicht einfach der komplette Untersuchungsbericht veröffentlicht?
Das geht aus moralischen und rechtlichen Gründen nicht, sagt die Fifa. Eine Veröffentlichung sei zum Schutz der Interviewten unmöglich. Schließlich hat Garcia für seinen Untersuchungsbericht zahlreiche Zeugen befragt. Juristen stützen die Sicht des Fifa-Präsidenten. „Im Vereinsrecht gilt der Treue- und Loyalitätsgrundsatz. Dazu zählt, dass interne Streitigkeiten auch intern behandelt werden“, sagt der Karlsruher Sportjurist Markus H. Schneider dem Handelsblatt. „Deshalb halte ich die verbandsrechtlichen Bedenken, mit denen die Fifa eine Veröffentlichung des Garcia-Berichts ablehnt, für nachvollziehbar.“

Kommentare zu " Blatter und die Korruptionsvorwürfe: Neun Fragen zum Fifa-Skandal"

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  • Das glaube ich jetzt einfach nicht

    Dieser Haufen raffzähne bekommt auch noch zusätzliche Vergünstigungen weil die FIFA gemeinnützig ist ?

    Für welche Gemeinschaft war die denn schonmal nützlich ?
    Kann ja sein das FIFA Bonzen gemein sind, aber ich glaube nicht, das das gilt.

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