Blatter zeigt sich „sehr enttäuscht“
Handfester Fifa-Skandal um WM-Tickets

Fifa-Exekutivkomiteemitglied Ismail Bhamjee muss mit sofortiger Wirkung von allen WM-Aufgaben zurücktreten. Das teilte die Fifa am Samstagabend in einer Presseerklärung mit.

HB ZÜRICH/ENKENBACH. In der Mitteilung hieß es weiter, Bhamjee habe schriftlich erklärt, dass er WM-Tickets zum "dreifachen Preis des Nennwerts verkauft hat". Daraufhin habe das Fifa-Dringlichkeitskomitee unter Vorsitz von Präsident Joseph Blatter entschieden, dass Bhamjee von allen WM-Aufgaben zurücktreten "und Deutschland zum frühestmöglichen Zeitpunkt verlassen muss".

Blatter zeigte sich sehr enttäuscht. Er sagte bei der Einweihung des Fritz-Walter-Denkmals in Enkenbach-Alsenborn (Kreis Kaiserslautern): "Ich bin sehr enttäuscht, was da herausgekommen ist. Ein Journalist aus Großbritannien hat uns das präsentiert." Blatter berichtete, Bhamjee, der Zugang zu einer bestimmten Anzahl von Tickets gehabt habe, seien die Tatsachen dargelegt worden. "Einige davon hat er mit einem erhöhten Preis weiter verkauft. Das ist eine Tatsache, die mich richtig in Rage bringt."

Der Fifa-Chef betonte, es habe in den letzten Wochen sehr viele Angriffe auf seine Organisation in der Öffentlichkeit gegeben. Die Fifa sei wegen mangelnder Transparenz und wegen Korruption angegriffen worden. Darum sei unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorwürfe das Dringlichkeitskomitee der Fifa einberufen worden. "Dieser Mann muss sofort aus dem Wettbewerb. Seine Akkreditierung wird ihm weggenommen. Es ist so enttäuschend", schloss Blatter.

In der Fifa-Presseerklärung hieß es weiter, Bhamjee habe in einer vom ihm unterzeichneten Erklärung eingestanden, dass er zwölf Karten der Kategorie 1 für das Spiel England gegen Trinidad und Tobago für 300 Euro je Ticket verkauft habe, "das heißt, Euro 200 über dem Nennwert von Euro 100". Weiter habe Bhamjee erklärt: "Ich bedaure diese Handlung zutiefst und entschuldige mich bei der Fifa für diese Verletzung der Bestimmungen und Allgemeinen Geschäftsbedingungen, die für den Verkauf von Eintrittskarten für die Fifa WM 2006 gelten."

Bhamjee ist nach Angaben auf der Fifa-Homepage 62 Jahre alt und von Beruf "Geschäftsführer verschiedener Gesellschaften" sowie Präsident des Fußballverbands von Botswana. Seit 1998 sei er Fifa-Exekutivmitglied.

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