Bonner Unternehmen vor Zuschlag
Telekom mit guten Chancen auf Namensrechte

Im Rennen um die Vergabe der Namensrechte an der Bundesliga hat die Deutsche Telekom nach dem Rückzug des Konkurrenten Postbank derzeit die Nase vorn. Wie Telekom-Sprecher Mark Nierwetberg dem Sport-Informations-Dienst (sid) am Montag bestätigte, kommt es noch in dieser Woche zu möglicherweise entscheidenden Gesprächen mit dem Rechte-Inhaber Deutsche Fußball Liga (DFL).

Die DFL verspricht sich vom Verkauf der Namensrechte Einnahmen in Höhe von 40 Mill. Euro jährlich, muss sich aber eventuell auf einen anderen Deal einstellen. Möglich wäre auch eine Übereinkunft, nach der die Telekom im laufenden Streit um die Nutzung der Bundesliga-Internet-Rechte auf eine Übertragung via Kabel und Satellit verzichtet, wenn sie im Gegenzug den Zuschlag als Namenssponsor erhält. Dazu gab es aus dem Hause Telekom keinen Kommentar.

DFL-Vizepräsident Wolfgang Holzhäuser dagegen betrachtet eine solche Lösung als gegenstandslos. "Da wird nichts verknüpft, es gibt keinen Gesprächsbedarf für einen Kompromiss. Die Telekom hat keine Rechte für eine Übertragung via Kabel und Satellit. Wer einen VW kauft, kann auch nicht später einen Porsche fahren wollen", sagte der Geschäftsführer des Bundesligisten Bayer Leverkusen.

Die Telekom hat mit dem Pay-TV-Sender Premiere, der die Bundesliga-Übertragungsrechte an den Mitbewerber Arena verloren hatte, eine Partnerschaft vereinbart, wonach die Bundesliga künftig gemeinsam übertragen werden soll - sowohl mit der Breitband-Technologie der Telekom als auch über Kabel und Satellit.

Wie das Wirtschaftsmagazin Sponsors berichtet, sollen dem künftigen Ligasponsor mehrere Werbemöglichkeiten geboten werden. So soll der Partner in das DFL-Logo eingebunden werden, das derzeit schon bei allen TV-Übertragungen aus der Bundesliga von den Sendern eingeblendet wird. Zudem ist Werbung auf den Trikotärmeln der Spieler angedacht. Bandenwerbung für den Sponsor in den 18 Stadien sei dagegen derzeit wohl kein Thema, wie laut Sponsors zu vernehmen war.

Der Rückzieher des Postbank-Vorstandes im Bieterrennen kam überraschend, zumal die Verhandlungen offenbar kurz vor dem Abschluss gestanden haben sollen. Laut Sponsors soll es innerhalb des Finanzdienstleistungsunternehmens aber Bedenken aufgetreten sein, einerseits über Personaleinsparungen im eigenen Haus zu diskutieren und andererseits als Titelsponsor der Bundesliga zweistellige Millionensummen zu investieren. Im Raum stand eine jährliche Summe von 30 bis 35 Mill. Euro.

© SID

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