Borussia Dortmund gegen Schalke 04
Das ungleiche Derby

Im Pott steigt das Spiel des Jahres. Borussia Dortmund geht als Favorit ins Revierderby gegen Königsblau. Mit einem Sieg würde Schwarz-Gelb seinen wirtschaftlichen Vorsprung bestätigen. Ein Besuch auf Schalke.

GelsenkirchenMehrere hundert Fans beobachten das öffentliche Training von Schalke 04 vor dem Derby gegen den BVB. Sie trinken Bier oder Kaffee, essen Bratwurst im Brötchen und grübeln über die Taktik, die Trainer Markus Weinzierl am Samstag wohl vorgibt. Die Spieler üben schnelle Angriffe über die Außenbahnen, mal mit einem Pass in die Schnittstellen, mal mit einer präzisen Spielverlagerung durch einen langen Ball. So haben andere Teams den BVB schon geknackt. Allerdings: Selbst ohne Bedrängnis treffen die königsblauen Stürmer zu selten das Tor.

Dieses Manko können sie bis Samstag (18.30 Uhr) vielleicht durch Übung beheben. Manche Probleme lassen sich jedoch nicht übers Wochenende lösen. Viel langsamer macht ein Fußballverein zum Beispiel in Sachen Finanzen Fortschritte. Klubvorstände rechnen hier eher in Zeiträumen von mehreren Jahren. Deshalb können die Schalker vielleicht am Sonntag sportlich mit dem großen Rivalen mithalten. Wirtschaftlich hinken die Gelsenkirchener dem BVB jedoch um Jahre hinterher.

Das weiß auch Schalke-Finanzvorstand Peter Peters, auch wenn er offiziell nur ungern über den großen Rivalen redet. Sportlich schon gar nicht, hier überlässt er komplett dem neuen Sportvorstand Christian Heidel das Feld. Immerhin lässt er sich jedoch finanziell ein paar vergleichende Sätze entlocken. Das Credo Peters' lautet: „Borussia Dortmund und Schalke 04 sind wirtschaftlich grundsätzlich völlig andere Wege gegangen.“ Das ist eine kluge Antwort, denn für Schalke-Fans bedeutet dies: Grämt Euch nicht, wirtschaftliche Vergleiche mit dem BVB sind ohnehin nicht angebracht.

Und zwar aus folgendem Grund: Der BVB hat sich entschieden, an die Börse zu gehen und dafür Geld von Aktionären bekommen, die nun Jahr für Jahr eine Dividende erwarten. Mit Peters' Worten: Es wurden „Eigentumsrechte“ verkauft. Das ist ein Weg, den Schalke 04 für sich grundsätzlich ausgeschlossen hat.

Der Finanzvorstand betont: „Entscheidend ist für uns: Wir legen Wert auf unsere Unabhängigkeit von Investoren“, sagt Peter Peters. „Wir alle, Mitglieder und Verantwortliche des Vereins, wollen es genauso.“ Seit mehr als zwanzig Jahren ist das so. An diesem Punkt zeigt sich der grundlegende System- und Kulturunterschied beider Vereine. Schalke 04 möchte zwar Geldgeber, doch im Gegensatz zum BVB will man die Firmen und Anleger stärker auf Distanz halten. Deshalb bevorzugten die Verantwortlichen Fremd- statt Eigenkapital, um zu expandieren.

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