Borussia Dortmund Klopp will den Reus-Effekt nutzen

Genug gefreut. Nach der Vertragsverlängerung von Marco Reus muss Borussia Dortmund heute im Kellerduell mit Mainz wieder punkten. Eine weitere Heimschlappe für Trainer Jürgen Klopp? Das geht absolut nicht.
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Die Saison 2014/2015 endet dann letztlich doch noch halbwegs versöhnlich: Der BVB belegt in der Abschlusstabelle Platz 7 und zieht sogar noch in die Europa League ein. Und auch auch auf einer anderen Ebene gelingt die Wende zum Guten: Superstar Marco Reus verlängerte am 10. Februar 2015 entgegen allen Erwartungen seinen noch bis 2017 laufenden Vertrag vorzeitig bis 2019, ohne Ausstiegsklausel (Foto: Vertragsunterzeichnung mit Michael Zorc und Hans-Joachim Watzke). Im Sommer hätte der Nationalspieler für die festgeschriebene Summe von 25 Millionen Euro wechseln können. Die Verlängerung ist auch ein Erfolg von Watzke, der Reus in schwierigen Zeiten wie seiner Führerschein-Affäre den Rücken stärkte. Quelle: www.bvb.de Quelle: Screenshot
Februar 2015

Die Saison 2014/2015 endet dann letztlich doch noch halbwegs versöhnlich: Der BVB belegt in der Abschlusstabelle Platz 7 und zieht sogar noch in die Europa League ein. Und auch auch auf einer anderen Ebene gelingt die Wende zum Guten: Superstar Marco Reus verlängerte am 10. Februar 2015 entgegen allen Erwartungen seinen noch bis 2017 laufenden Vertrag vorzeitig bis 2019, ohne Ausstiegsklausel (Foto: Vertragsunterzeichnung mit Michael Zorc und Hans-Joachim Watzke). Im Sommer hätte der Nationalspieler für die festgeschriebene Summe von 25 Millionen Euro wechseln können. Die Verlängerung ist auch ein Erfolg von Watzke, der Reus in schwierigen Zeiten wie seiner Führerschein-Affäre den Rücken stärkte.

Quelle: www.bvb.de

(Foto: Screenshot)

DortmundDer Star bleibt, die Zuversicht wächst. Das Treuebekenntnis von Marco Reus hat bei Borussia Dortmund für Aufbruchstimmung gesorgt. So gut wie in den Tagen vor dem Duell mit dem FSV Mainz 05 am Freitag (20.30 Uhr/Sky) war die Laune in dieser Saison nur selten. „Als Marco nach seiner Unterschrift in die Kabine kam, gab es Applaus“, verriet Jürgen Klopp. Sichtlich erleichtert wertete der BVB-Trainer die Vertragsverlängerung des von europäischen Topclubs umworbenen Nationalspielers bis 2019 als ermutigendes Signal im Abstiegskampf: „Ich glaube an die Symbolkraft und hoffe, dass es auch am Freitag Applaus gibt.“

Der Fußball-Lehrer ist guter Dinge, dass seine Profis die frohe Botschaft „in Leistung ummünzen“ können. Von ähnlich positiver Wirkung wie die Zusage von Reus war das 3:0 am vorigen Spieltag beim SC Freiburg. Mit einem weiteren Sieg könnte die Borussia erstmals seit dem 14. Spieltag die Abstiegszone verlassen. „Das Selbstvertrauen würde weiter wachsen“, sagte Pierre-Emerick Aubameyang, der mit zwei Toren maßgeblichen Anteil am Erfolg im Breisgau hatte.

Doch die bisherige Saisonbilanz verheißt wenig Gutes. Denn zwei Bundesliga-Siege in Serie gelangen erst einmal am 2./3. Spieltag. Diese Horrorstatistik rief Kapitän Mats Hummels seinen Mitstreitern in Erinnerung – bei aller Freude über die positiven Schlagzeilen der vergangenen Tage: „Wir haben es ja schon öfter geschafft, ein Spiel zu gewinnen, auch gut zu spielen, dann aber daran nicht anzuknüpfen. Zwei Siege in Folge zu holen, ist jetzt das klare Ziel.“

Gut möglich, dass Klopp auf die Startformation von Freiburg setzt. Für sündhaft teure Stars wie Henrich Mchitarjan und Ciro Immobile bliebe in diesem Fall wieder nur ein Platz auf der Bank. Verzichten muss der BVB auf die erkrankten Weltmeister Erik Durm und Flügelflitzer Jakub Blaszczykowski sowie die verletzten Mittelfeldspieler Sven Bender, Sebastian Kehl und Kevin Großkreutz. Ungeachtet dieser Ausfälle nahm Klopp seine Profis in die Pflicht: „Wir sind nach wie vor in der Bringschuld. Ein Erfolgserlebnis ist dringend notwendig.“

Der Retter von Borussia Dortmund
Hans-Joachim Watzke
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Am 11. Februar 2005 nahm Hans-Joachim Watzke als Manager bei Borussia Dortmund die Arbeit auf. Vier Tage später ernannte die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA Watzke zum neuen Geschäftsführer. Zuvor war Watzke bereits seit 2001 Schatzmeister des Vereins gewesen. Schulden in Höhe von 98 Millionen Euro hatten den Verein an den Rand der Insolvenz gebracht. Nun galt es, den Verein zu retten. Damit es so weit kommen konnte, musste in den Jahren zuvor einiges schief gelaufen sein bei Borussia Dortmund...

Oktober 2000 - Der BVB geht an die Börse
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Im Jahr 2000 geht Borussia Dortmund als erster deutscher Bundesligaverein an die Börse. Insgesamt platziert der Verein 13,5 Millionen Borussia-Aktien. Fans und Banker greifen zu und verschaffen dem Verein Emissionserlöse in Höhe von 143 Millionen Euro.

Basis für die Texte: Das große Geschichtsbuch von Dietrich Schulze-Marmeling zu Borussia Dortmund

Oktober 2000
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Der damalige Präsident Gerd Niebaum sieht im Börsengang eine Stärkung der Unabhängigkeit des BVB. Durch den Börsengang habe man sein „Tafelsilber nicht verkauft, sondern erheblich erweitert.“ Durch die Stärkung des eigenen Kapitals könne der Verein nicht nur seine eigenen Abwehrkräfte gegenüber Übernahmebestrebungen, sondern auch aufgegebene Felder zurückerobern. Beispielsweise das eigene Stadion.

Mai 2002: Dortmund wird Meister
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Die Borussen-Fans haben gute Laune. Am letzten Spieltag der Saison 2001/2002 können noch drei Bundesliga-Teams Deutscher Meister werden, doch der BVB entscheidet den Titelkampf für sich, indem der Verein am 4. Mai das Heimspiel gegen Werder Bremen für sich entscheidet.

September 2003: Lohnkürzung für Star-Kicker
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Nachdem schon die Champions-League-Quali am letzten Spieltag der Saison 2002/2003 verpatzt ist, scheitert der BVB auch in der Nach-Qualifikation gegen Brüssel im September 2003. Präsident Niebaum ist erzürnt. Niemand hat die Nichtteilnahme an der Champions League wirklich in Erwägung erzogen. Dies wirkt sich fatal auf die Vereinsfinanzen aus. Ein Alptraum nimmt Konturen an.

Schon kurz nach dem Aus in der Königsklasse konfrontiert die BVB-Führung ihre kickenden Angestellten mit einem spektakulären Notplan: 20 Prozent des vertraglich vereinbarten Festgehalts sollen in eine leistungsabhängige Zahlung umgewandelt werden. Bei den Spielern stößt diese Ankündigung nicht auf Gegenliebe. Einige Spieler sträuben sich.

November 2003
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Die größte Krise in der Vereinsgeschichte nimmt ihren Lauf: Um den Ausfall der ersten Gruppenphase der Champions League finanziell zu kompensieren, hätte der BVB ins UEFA-Cup-Finale einziehen müssen. Doch auch im UEFA-Cup sollte sich der BVB nicht lange aufhalten, denn der französische Provinzclub FC Sochaux sorgte für das frühe Ausscheiden der Borussia. Auf einmal sieht es um die Zukunft des BVB ganz düster aus. Die Winterpause wird von Enthüllungen über eine dramatische schwarz-gelbe Finanzkrise dominiert. Von Horrorschulden, Bilanztricks und Finanzchaos ist die Rede.

Dezember 2003
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Im Dezember scheint die Entmachtung von Präsident Gerd Niebaum beschlossene Sache, doch Niebaum will nach 18-jähriger Regentschaft das Zepter beim BVB nicht aus der Hand geben. Energisch tritt der 55 Jahre alte Chef des finanziell schwer angeschlagenen Fußball-Bundesligisten Berichten entgegen, wonach er auf Druck von Großaktionär Florian Homm bereits schriftlich zugesichert habe, mit dem Auslaufen der Amtsperiode im Jahr 2006 den Dienst als Geschäftsführer der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA zu quittieren. Einen früheren Abschied schließt Niebaum kategorisch aus.

Neben BVB-Star Reus rückt der Mainzer Jonas Hofmann am Freitag ins Rampenlicht. Der vom BVB ausgeliehene Mittelfeldspieler steht nach langer Verletzungspause vor einem Comeback – ausgerechnet an alter Wirkungsstätte. Ob der Rekonvaleszent in die Startformation rückt oder nur als Joker zum Einsatz kommt, ließ Trainer Kasper Hjulmand offen. Hofmann will keine Rücksicht auf seine ehemaligen Mannschaftskollegen nehmen: „Wenn ich allein aufs Tor zulaufe, dann schieße ich den Ball auch rein.“

Ähnlich wie der BVB steht auch der nur drei Punkte besser platzierte Tabellen-13. aus Mainz unter Zugzwang. Nach nur einem Sieg aus den vergangenen zwölf Partien sind die Abstiegssorgen gewachsen. Erschwerend kommt hinzu, dass der gesperrte Torhüter Lorius Karius fehlt. Für ihn rückt Stefanos Kapino erstmals in die Startformation. Hjulmand hofft, dass der Debütant die Nervenprobe vor über 80.000 Zuschauern besteht. Zudem glaubt der Trainer an den Klassenerhalt – unabhängig vom Ausgang der Partie in Dortmund: „Wir spielen dort nicht gegen einen Tabellen-16. Dortmund ist eine Topmannschaft. Wir fahren da als Underdog hin.“

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  • dpa
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