Borussia Dortmund und Tuchel
Warum Watzke den BVB erneut gerettet hat

Thomas Tuchel erhält nach seiner Entlassung viel Zuspruch im Netz. Trauer mischt sich mit Häme über die BVB-Führung. Hans-Joachim Watzke steht als Buhmann da. Das ist eine kurzsichtige Einstellung. Ein Kommentar.
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DüsseldorfFußball-Fans wollen den sportlichen Erfolg ihres Vereins. Offenbar stellen viele von ihnen dieses Ziel über alles andere. Wie es erreicht wird, ist manchen egal. Wenn Titel dann endlich da sind, dann werden Sieger heiliggesprochen, so wie dies gerade mit dem entlassenen BVB-Trainer Thomas Tuchel geschieht. Das ist jedoch eine sehr kurzsichtige und einseitige Haltung, die Fans da einnehmen.

Das Problem von Borussia Dortmund: Niemand aus der Führung kann und darf öffentlich schlüssig erklären, warum der leitende Angestellte Tuchel gehen musste. Denn dies würde in einer Schlammschlacht enden, die niemandem nützen würde und die den Verein selbst und alle Beteiligten erst recht in den Schmutz ziehen würden. Und möglicherweise alle lähmen könnte.

Rauswurf von Thomas Tuchel: Reaktionen auf Twitter

Also begnügen sich die BVB-Bosse mit kryptischen Andeutungen über die Gründe der Entlassung von Tuchel. Das geschieht durch Gesten, Symbole, versteckte Hinweise, Interviews und offene Briefe. Entscheidend ist: Nachfragen zu schmutzigen Details, die natürlich jeder wissen will, sind unerwünscht.

Dass Tuchel sich freudestrahlend und als Superheld mit einem Titel vom BVB verabschieden kann, nimmt die Vereinsführung zähneknirschend in Kauf. Entscheidend für die BVB-Akteure war, dass sie den Sprengstoff rund um Tuchel aus dem Klub entfernt haben. Das beruhigt große Teile des Teams, aber noch mehr den Verein selbst.

Der Erfolg einer Profi-Mannschaft im Fußball hängt von vielen Faktoren ab. Der Trainer ist nur einer davon. Borussia Dortmund hat sich als zweite Kraft im deutschen Fußball etabliert, weil das mittelfristige Konzept mit ehrgeizigen Spielern funktioniert, wirtschaftlich ständig Werte geschaffen werden, die Verantwortlichen klug agieren und alle Akteure an einem Strang ziehen.

Bis vor einem Jahr galt dies jedenfalls. Und dann kam es wohl zum ersten Bruch zwischen Trainer und Vereinsführung. Die Ursache dafür dürfte der Abgang von gleich drei wichtigen Spielern gewesen sein: Weltmeister Mats Hummels, Nationalspieler Ilkay Gündogan und Mittelfeldmotor Henrikh Mkhitaryan.

Kommentare zu " Borussia Dortmund und Tuchel: Warum Watzke den BVB erneut gerettet hat"

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  • Herr Paul Kersey - endlich mal eine qualifizierte Aussage. DANKE

    für mich scheint viel Neid in der Konfrontation. weil der CLUB einfach nicht in den TOP 10 der Erlauchten wahrgenommen wird.
    so bleibt der GF kann nur durch positive Zahlen glänzen. Um das zu erreichen müssen hier immer wieder die TOP Spieler abgeben werden - nur so gibt es Applaus!
    Sodann scheint der Spagat zwischen dem eigentlichen Ziel, sportlich erfolgreich zu sein, geopfert (was natürlich das fundamentale Interesse des Trainers ist).
    Hat man dann auch noch einen Sportlehrer vor der Nase, der sportl. Qualitäten und Verstärkungen einfordert, dem man auch betriebswirtschaftlich nicht das Wasser reichen kann, wird die Luft dünn.
    Gab es nicht die lzt Jahre auch seitens der Vereinsführung schon mal das geäußerte Interesse einen Spieler mit Charakter zu holen? Warum scheitert man an der Beschäftigung von Charakterköpfen seit Jahren? kein Spieler wird in schwarz-gelb alt!
    Talente kaufen - verkaufen bringt sicherlich CASH aber nicht die Krone Europa´s .
    Hat es einer gewagt danach zu fragen?
    Die wirklichen Stars der lzt. Jahrzehnte liebten u. lebten ihre Vereine (sh. KEAN, Gerrard, Lampert, Buffon, TOTTI...) und bleiben 10 Jahre+.
    Ancelotti, Guardiola haben die Trophy´s gewonnen. nicht Scheich Abi Hadschi Alef....

    Die TOP-Spieler der Ligen brauchen die (groß-) väterliche Schulter a` la AW nicht.

    Der Fußballverein AG Vorsitzender geniest nicht das Blitzlichtgewitter eines Topmanagers, was bliebe übrig für die Gentlemen wenn dann auch noch der Trainer Erfolg hat???

  • Natürlich steht der Verein über dem Trainer, das muss auch immer so bleiben.
    Es bleibt aber festzuhalten: Watzke konnte sein Versprechen bzgl. der Top-Spieler nicht halten, also sollte er nicht so eine große Klappe haben. Der Chefscout konnte Tuchel dessen Wunschspieler nicht beschaffen, das ist eben manchmal so. Der Anschlag wurde von der Vereinsführung einwandfrei verniedlicht, das ist belegt und auch hier muss Watzke besser überlegen, bevor er kommuniziert. Dass sich Verein und Trainer deshalb so überwerfen ist von beiden Seiten eine sehr schwache und damit unprofessionelle Leistung. Tuchel ist kein Bauerenopfer. Hier hat man die Dame weggeschenkt.Ich wehre mich deshalb gegen die Darstellung, dass die BVB Bosse hier einen astreinen Job gemacht haben und Tuchel eine sozial inkompetente und damit nicht integrationsfähige Figur ist. Dem widerspricht einwandfei das Saisonergebnis in all seinen vielen Facetten während der Saison. Ich bin gespannt auf den neuen Trainer und wünsche TT viel Glück und Erfolg.

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