Borussia Dortmund: Wulff hat beim Turkish-Airlines-Deal geholfen

Borussia Dortmund
Wulff hat beim Turkish-Airlines-Deal geholfen

Prominente Hilfe bei der Sponsorensuche: Den Deal des BVB mit Turkish Airlines hat laut dem „Manager Magazin“ Ex-Bundespräsident Christian Wulff mit eingefädelt. Klubchef Watzke und Wulff kennen sich seit Jahrzehnten.
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Dortmund/HamburgEr ist ein großer Fußballfreund und wurde durch seine Aussage, der Islam gehöre zu Deutschland in der Türkei sehr beliebt: Diese Kombination hat Ex-Bundespräsident Christian Wulff nun offenbar ausgenutzt. Beim Sponsoring-Abkommen mit der Fluggesellschaft Turkish Airlines hat Wulff laut dem „Manager Magazin“ den Champions-League-Finalisten Borussia Dortmund maßgeblich unterstützt. Der Bundespräsident a. D. nutzten demnach seine Beziehungen, um sich für den wichtigen Sponsorendeal des Bundesligisten mit Turkish Airlines einzusetzen.

Im Vorfeld des Anfang Mai verkündeten Millionen-Deals habe sich Wulff, seit Jahrzehnten mit BVB-Geschäftsführer Joachim Watzke befreundet, in der Türkei für den BVB starkgemacht, schreibt das Blatt. Er habe dort, hieß es aus Verhandlungskreisen, für „Rückenwind“ gesorgt. Durch den Deal wird nun vor dem Champions-League-Finale in Wembley erstmals ein besonderes Flugzeug in London landen.

Die Maschine der Fluggesellschaft Turkish Airlines wird in den derzeit sehr präsenten Farben Schwarz und Gelb bemalt sein – aussteigen wird entsprechend die Mannschaft von Borussia Dortmund. Eine der zwei besten Mannschaften Europas, auf dem Weg zum Spiel gegen den FC Bayern München um die Fußballkrone Europas.

Borussia Dortmund hat sich offenbar mit Wulffs Hilfe mit Turkish Airlines vor wenigen Wochen seinen eigenen Luftchauffeur geangelt. Die Fluggesellschaft wurde Premium-Partner des BVB. Die Partnerschaft dauert drei Jahre und bringt den Dortmundern kolportierte zwei Millionen Euro im Jahr. Turkish Airlines fliegt den BVB in Zukunft zu internationalen Spielen oder ins Trainingslager. Im Gegenzug bekommt die Airline neben Werbebanden im Dortmunder Stadion auch eine eigene Lounge – und etwas vom Glanz des BVB.

Für Turkish Airlines ist der Deal mit Dortmund das erste große Geschäft in der Bundesliga. Immer wieder kamen in der Vergangenheit Gerüchte auf, dass sich die Fluggesellschaft in Deutschland engagieren wolle. Diverse Trikotsponsorings waren im Gespräch, stellten sich aber immer als Gerücht heraus. Lediglich beim 1. FC Nürnberg wirbt die Airline – allerdings nicht in vorderster Front.

Dabei drängen Fluggesellschaften in den vergangenen Jahren immer stärker ins Fußballsponsoring, besonders arabische Airlines haben sich darauf verlegt, bei international erfolgreichen Klubs zu werben: Der Londoner Klub FC Arsenal spielt im Emirates-Stadium, Real Madrid wird ab der nächsten Saison mit derselben Marke auf der Brust auflaufen. Konkurrent FC Barcelona hat für die kommenden Spielzeiten einen Vertrag mit Qatar Airways unterschrieben. Manchester United, bislang mit Turkish Airlines verbunden, wird in Zukunft von der russischen Fluggesellschaft Aeroflot unterstützt.

Die Partnerschaft mit Dortmund, vor allem in der derzeitigen Situation, hatte für Temel Kotil besonderes Gewicht. „Borussia Dortmund ist ein sehr leidenschaftlicher Verein, wir begreifen uns ebenfalls als leidenschaftliches Unternehmen“, sagte der Chef von Turkish Airlines bei der offiziellen Bekanntgabe der Kooperation Anfang Mai. Um Kotil gibt es aktuell mächtig Wirbel. Nach einem Streit des Geschäftsführers mit dem Vorstandschef ist nicht klar, ob er weiterhin im Amt bleibt.

Abgesehen von allen emotionalen Bindungen zeigt die Partnerschaft aber den Status, den der BVB mittlerweile genießt – sportlich wie wirtschaftlich: Zu den bisherigen Partnern von Turkish Airlines gehörten mit Manchester United und dem FC Barcelona zwei Vereine von Weltrang, als Markenbotschafter sind für die türkische Fluggesellschaft der US-amerikanische Basketballstar Kobe Bryant und der argentinische Weltfußballer Lionel Messi unterwegs.

Kotil über Dortmund: „Das ist unser Verein“, und „Turkish Airlines will für die nächsten hundert Jahre die beste Fluglinie sein, Borussia Dortmund ist für die nächsten hundert Jahre die beste Mannschaft der Welt.“

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Watzke stichelt gegen Bayern

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  • Schau, schau. Amigos gibt´s wohl nicht nur in Bayern.

    Wie kann sich Herr Höneß mit Herrn Seehofer zeigen, Herr Watzke mit Herrn Wulff und Herr Gysi mit Kim Jong Un, dem nach seinem Vater und Großvater Dicksten Nordkoreaner aller Zeiten ;-)

    Schön, dass es überall Freundschaften gibt und nicht nur im Bayernland. Ja Mai!

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Von einer Online Zeitung wie dem Handelsblatt würde ich zumindest erwarten, dass die "Schlagzeile" richtig geschrieben wird. Das Wort Arilines ist mir nicht geläufig aber es sollte wohl "Airlines" heissen. Beide Korrekturwörterbücher im Hintergrund bei der Eingabe aktiv mitlaufen zu lassen hilft da meist. :-) chtini

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