Boykott gegen WDR
Bei Radio-Comedy hört für „Poldi“ der Spaß auf

Nationalspieler Lukas Podolski gilt gemeinhin als lockerer Typ, der immer für einen Scherz zu haben ist. Nur über den Westdeutschen Rundfunk (WDR) kann der deutsche Stürmer in diesen Tagen gar nicht lachen. Der Grund hierfür: "Lukas' Tagebuch".

HB BERLIN/KöLN. Nationalstürmer Lukas Podolski ärgert sich über eine Comedy-Sendung des Westdeutschen Rundfunks und will deshalb allen ARD-Radioreportern bis auf weiteres keine Interviews mehr geben. Das Management des 21-Jährigen verlangte laut WDR die Absetzung der Eins-Live-Serie "Lukas' Tagebuch". Auf eine Unterlassungsbeschwerde des Kölner Profis lässt sich der Sender aber nicht ein, wie Hörfunkdirektorin Monika Piel am Sonntag betonte. "Der WDR lässt sich seine journalistische Arbeit nicht einschränken und wird die Eins Live Comedy über Lukas Podolski fortsetzen."

Piel betonte, die Sendeform Comedy habe "selbstverständlich nicht den Zweck, die persiflierten Personen zu verunglimpfen, sie herabzusetzen oder ihre Persönlichkeitsrechte zu verletzen". Der Pressesprecher des Deutschen Fußball-Bunds, Harald Stenger, äußerte hingegen Verständnis für Podolskis Vorgehen. "Lukas Podolski fühlt sich in seiner Ehre gekränkt und will dem WDR daher keine Interviews mehr geben. Wir wissen davon und tragen die Entscheidung mit."

Die WDR-Juristen antworteten dem Anwalt des Fußballstars, dass gerade bei einem jugendlich orientierten Programm wie Eins Live "die karikierende und humoristische Ansprache Prominenter aus Sport und Politik hohe positive Resonanz" finde. Dabei befinde sich Podolski "in prominenter Gesellschaft mit Angela Merkel, Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder oder Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, die der Hörfunksatire durchaus ihre popularitätssteigernde Wirkung abnehmen und souverän damit umgehen".

"Comedy ist eine Facette unserer journalistischen Arbeit im öffentlich-rechtlichen Rundfunk", erklärt Sabine Töpperwien, Sportchefin von WDR zwei und Leiterin des ARD-WM-Hörfunkteams. "Sie zeugt von besonderer Wertschätzung Podolskis, die nach allen Erfahrungen noch seinen Bekanntheitsgrad und seine Sympathiewerte erhöht. Das bestätigen auch die vielen positiven Rückmeldungen der Hörerinnen und Hörer."

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