Brasilianische Fußball-Elf: Von wegen bloß Samba

Brasilianische Fußball-Elf
Von wegen bloß Samba

Die brasilianische Seele muss rund sein. So rund wie ein schöner Fußball. Die Brasilianer lieben diesen Sport mit einem Enthusiasmus, der uns zwar fußballbegeisterten, aber sonst doch eher vernünftigen Deutschen wie ein fortdauernder Temperamentsausbruch vorkommt.

HB BERLIN. Das Land schickt nun nicht nur seine Nationalspieler, die Trainer und Funktionäre nach Deutschland zur Weltmeisterschaft. Nein, es entsendet nun auch gleich seine ganze Kultur. "Copa da Cultura" (Kultur-Cup) heißt das brasilianische Programm, das dieser Tage in Kooperation mit dem Haus der Kulturen der Welt in Berlin startet und auch nach München, Köln und in andere Städte kommen wird.

Ja, Brasilien, du hast es besser. Dein Kulturminister ist ein echter Musiker, und zwar einer der populärsten des Landes. "Wir werden feiern", so bringt es der agile Minister Gilberto Gil mit den hübschen Rastalocken auf den Punkt. Er kam im Dezember eigens nach Deutschland, um die Kulturoffensive der Brasilianer anzukündigen. Mit Veranstaltungen aus Tanz, Theater, Musik, Film und Kunst soll Deutschland brasilianischer und fröhlicher werden.

Glaubt man Gilberto Gil, dann sind Fußball und Kultur in Brasilien eins. In dem Land, in dem sich viele Einflüsse und Stile vermischen, hat die Sportart eine große integrative Kraft und ist ein kulturelles Phänomen. So wie die brasilianischen Fußballstars, ob Altstar Pelé oder Ronaldinho Gaúcho, als Ballkünstler gelten, ist das Spiel auf dem Rasen mit der Kultur, vor allem mit der Musikszene, eng verbunden.

Doch Brasilien hat auch wirklich etwas vorzuweisen. Jenseits aller exotischen Klischees ist dort in den vergangenen Jahrzehnten eine lebendige Kunstszene entstanden. Die Kunstbiennale in São Paulo gilt nach der in Venedig als zweitwichtigste der Welt. So werden in der Ausstellung "The Image of Sound: Football" im Sommer die Arbeiten von Cildo Meireles gezeigt, der zu den bekanntesten brasilianischen Gegenwartskünstlern gehört.

Minister Gil ist sich auch bewusst, wie sehr das Bild Brasiliens noch immer von anderen Wahrnehmungen geprägt ist. Deshalb betont er: "Ich habe nichts gegen Klischees. Samba, Strand und Karneval gehören dazu. Doch wir wollen auch die Vielfalt der Kultur zeigen."

Am 19. Januar startet der Kultur-Cup mit einer Fotoausstellung im Neuen Berliner Kunstverein. Neben international etablierten Fotografen wie Miguel Rio Branco und Emmanuel Nassar werden Werke der jungen Künstler Rogério Canella und Franz Manata präsentiert.

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