Fußball
Brasilien will mit der "B-Elf" ins Halbfinale

Nach der 0:1-Niederlage gegen Mexiko steht Brasilien gegen Asienmeister Japan unter Druck. Der Weltmeister versucht, mit einer "B-Elf" das Halbfinale zu erreichen. Griechenland will sich mit einem Sieg verabschieden.

Wohl niemand hätte vor dem Confederations Cup damit gerechnet, dass Weltmeister Brasilien und Asienmeister Japan heute Abend im letzten Gruppenspiel (20.45 Uhr/live bei Premiere und im ZDF) um den Einzug ins Halbfinale kämpfen. Nach der 0:1-Niederlage gegen Mexiko steht das Starensemble vom Zuckerhut gegen die Asiaten enorm unter Druck. Nationaltrainer Carlos Alberto Parreira plant dennoch eine personelle Zäsur, will die halbe Mannschaft umkrempeln und mit einem verstärkten "B-Elf" antreten. Zudem kämpft Griechenland unter dem deutschen Trainer Otto Rehhagel um den guten Ruf.

"König Otto" will sich heute (20.45 Uhr/live bei Premiere und im ZDF) mit einem Sieg gegen Weltmeister-Bezwinger Mexiko in Frankfurt/Main würdig vom Konföderationen-Pokal in Deutschland verabschieden, das ramponierte Image aufpolieren und Mut für die Schlussphase in der WM-Qualifikation tanken.

Das Hauptaugenmerk richtet sich aber auf die Ballzauberer vom Zuckerhut. In Köln geht es nicht nur gegen den Asienmeister, sondern auf der Trainerbank der Japaner sitzt kein Geringerer als Brasiliens Fußball-Idol Zico, der "weiße Pele". Trotzdem zieht Parreira die personelle Reißleine.

"Ich übernehme die Verantwortung"

"Die Spieler haben am Ende einer langen Saison einen müden Kopf und müde Beine. Wer garantiert mir, dass wir uns mit der gleichen Mannschaft für das Halbfinale qualifizieren? Niemand. Das Leben ist aus Herausforderungen und Entscheidungen gemacht. Ich habe keine Angst und übernehme die Verantwortung. Wenn es eine WM wäre, würde ich die Umstellungen nicht vornehmen, da es aber keine WM ist, denke ich, dass die Sache normal ist", begründete der "Selecao"-Coach seine Entscheidung.

Brasilien womöglich ohne sechs Stammspieler

Der 62-Jährige erwägt, Weltfußballer Ronaldinho ("Ich bin nach der langen Saison körperlich kaputt"), Kaka, Adriano, den Ex-Leverkusener Emerson, Gilberto von Hertha BSC Berlin und Torhüter Dida pausieren zu lassen. Dafür sollen Schlussmann Marcos sowie Leo, Renato, Gilberto Silva, Julio Baptista, Juninho und Ricardo Oliveira eine Bewährungschance erhalten. "Dennoch", so Parreira, "wir werden stark genug sein, um Japan zu schlagen."

Hochmotiviert ist Zico. "Ich kann keine Rücksicht auf meine Landsleute nehmen. Brasilien ist natürlich Favorit. Aber ich sage meinen Spielern immer, dass jeder Gegner geschlagen werden kann. Man muss nur körperlich und mental alles geben. Meine Mannschaft darf keine Angst vor den großen Namen haben, dann haben wir eine Chance", äußerte der dreimalige brasilianische WM-Teilnehmer.

"Hellas" sinnt auf Wiedergutmachung

Ein Stück Wiedergutmachung wollen Rehhagels Hellenen nach dem 0:3 gegen Brasilien und dem 0:1 gegen Japan im Duell mit Mexiko betreiben. "Natürlich wollen wir nicht ohne Tor und Sieg nach Griechenland zurückkehren. Auch wenn meine Spieler platt sind - sie sollen noch einmal ihre letzten Kräfte bündeln. Danach können sie sich im Urlaub erholen", forderte "Rehhakles".

Für die Griechen, die bei der "Mini-WM" als einziges Team noch ohne Torerfolg sind, geht es trotz des bereits feststehenden Scheiterns in der Vorrunde zumindest noch um die Ehre. "Wir sind sowohl unseren vielen Fans, die extra für uns ins Waldstadion kommen, als auch unseren Anhängern in der Heimat ein gutes Spiel schuldig", meinte der frühere Bremer Torjäger Angelos Charisteas, der ebenso wie seine Teamkollegen der Form von der Euro vor einem Jahr in Portugal weit hinterherhinkt und sich von Rehhagel zuletzt Kritik gefallen lassen musste.

Mexiko will Serie ausbauen

Große Euphorie herrscht im Lager Mexikos. Obwohl der Konföderationen-Cup-Gewinner von 1999 nach den Siegen gegen Japan (2:1) und Brasilien (1:0) bereits als Halbfinalist feststeht, wollen die Lateinamerikaner ihre Erfolgsserie gegen Griechenland auf 21 Spiele in Folge ohne Niederlage ausbauen. "Ob Brasilien, oder Griechenland: Wir wollen gegen jeden Gegner unser Spiel durchsetzen und gewinnen", erklärte Mexikos argentinischer Nationalcoach Ricardo La Volpe.

© Sport-Informations-Dienst, Neuss

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