Fußball
Bremen und Hamburg ärgste Verfolger der Bayern

Spitzenreiter FC Bayern München hat zum 60. Geburtstag von Franz Beckenbauer den eigenen Sieg-Rekord in der Fußball-Bundesliga eingestellt, doch die spielerischen Glanzpunkte am 4. Spieltag setzten andere Mannschaften.

dpa DüSSELDORF. Spitzenreiter FC Bayern München hat zum 60. Geburtstag von Franz Beckenbauer den eigenen Sieg-Rekord in der Fußball-Bundesliga eingestellt, doch die spielerischen Glanzpunkte am 4. Spieltag setzten andere Mannschaften.

Werder Bremen trumpfte beim 5:1 in Kaiserslautern groß auf und hat sich neben dem ebenfalls bärenstarken Hamburger SV zum ärgsten Verfolger des Rekordmeisters aufgeschwungen. Dagegen patzte Vizemeister FC Schalke 04 erneut. Gegen die stark ersatzgeschwächte Elf von Bayer Leverkusen kam der Revierclub trotz der Rückkehr von Lincoln nicht über ein 1:1 hinaus und musste sogar hämische Kommentare von Bayern-Clubchef Karl-Heinz Rummenigge ertragen.

„Der eine Konkurrent aus Westdeutschland ist jetzt schon vier Punkte hinter uns. Wir werden uns nicht mehr einholen lassen“, spottete Rummenigge nach dem 13. Bundesliga-Sieg in Serie. Er verschwieg allerdings, dass die eigene Elf im 172. bayerischen Derby sich ebenfalls wenig meisterlich präsentierte. Nationalkeeper Oliver Kahn ließ den Ball beim 0:1 von Javier Pinola durch Hände und Beine flutschen, und am Ende gewann die Elf von Felix Magath nur dank eines Schiedsrichtergeschenks mit 2:1 beim 1. FC Nürnberg. Referee Michael Weiner erkannte Michael Ballacks Siegtor (60.) trotz Abseits an und zog sich damit den Unmut der Franken zu. „Scheinbar machen sich einige Schiedsrichter in die Hosen, wenn sie mal gegen die Bayern pfeifen“, grantelte „Club“-Coach Wolfgang Wolf.

Unzufrieden war auch sein Kollege Uwe Rapolder nach der 1:2- Niederlage des 1. FC Köln bei Borussia Dortmund. Lars Ricken sorgte mit einem Doppelpack (25./73.) für den ersten Saisonsieg der Borussen. Zunächst traf der Stürmer per Strafstoß, nachdem Christian Rahn BVB-Angreifer Ebi Smolarek gefoult hatte, dann verwertete er eine Flanke des eingewechselten David Odonkor mit dem Kopf. Für die Kölner war Matthias Scherz erst in der Nachspielzeit erfolgreich. Hertha BSC bezwang den VfL Wolfsburg mit 3:0. Berlins Kapitän Arne Friedrich (70.), der Debütant Marko Pantelic (75.) und Gilberto (90./+2) erzielten die Tore.

Auf Tuchfühlung zum Rekordmeister, der als einziger Bundesligist noch eine weiße Weste hat, sind momentan nur die beiden Nordclubs aus Bremen und Hamburg. Beim zweifachen Torschützen Miroslav Klose kam trotz Werders Galavorstellung auf dem Betzenberg keine Partystimmung auf. Denn im Champions-League-Heimspiel gegen den FC Barcelona muss der Nationalstürmer wegen einer Sperre zuschauen. „Ich ärgere mich wahnsinnig, dass ich nur auf der Tribüne sitzen kann“, sagte Klose, der an alter Wirkungsstätte mit den Saisontoren vier und fünf maßgeblich an der zweithöchsten Bundesliga- Heimniederlage der Pfälzer beteiligt war. Besser als Klose sind bislang nur der in Nürnberg fehlende Bayern-Torgarant Roy Makaay (6) und Halil Altintop. Sein 7. Saisontor beim 1:5 machte den Lauterer aber nicht glücklich. „Ich hätte lieber gewonnen.“

Die richtige Einstimmung auf das Uefa-Cup-Heimspiel gegen den FC Kopenhagen gelang dem HSV mit dem 3:1 beim FSV Mainz 05. Nicht nur Regisseur Rafael van der Vaart präsentierte sich am Bruchweg schon in Europapokalform. Beim Torschützen Mehdi Mahdavikia reifen nach dem dritten Saisonsieg sogar schon Titelträume. „Mit dieser Mannschaft und dieser Qualität können wir Meister werden.“ Trainer Thomas Doll tut gut daran, die Euphorie trotz Platz drei zu bremsen. „Wir sollten uns noch nicht mit denen vergleichen, die seit Jahren dominierend sind und sich international bewährt haben.“

Im Gegensatz zum Spitzentrio hat Schalke seinen Rhythmus noch nicht gefunden. „Mir hat vor allem das Defensivverhalten und das Umschalten nicht gefallen“, kritisierte Trainer Ralf Rangnick nach dem 1:1 in Leverkusen. Vor dem Auftaktmatch in der „Königsklasse“ beim niederländischen Meister PSV Eindhoven am Dienstag konnte auch Rückkehrer Lincoln den „Königsblauen“ nicht zu einer gelungenen Generalprobe verhelfen. In der Bayarena standen vor allem die beiden Torhüter Jörg Butt und Frank Rost mit zahlreichen Glanzparaden im Mittelpunkt. Darüber hinaus parierte Butt (7.) ebenso einen Elfmeter (von Lincoln) wie Rost (17.), an dem Dimitar Berbatow scheiterte. Bayer-Coach Klaus Augenthaler freute sich über den engagierten Auftritt seiner „B-Elf“: „Alle haben ihren Job sehr gut gemacht.“

Neben Nürnberg und Mainz wartet auch der VfB Stuttgart (1:1 gegen Arminia Bielefeld) mit Trainer Giovanni Trapattoni noch auch den ersten „Dreier“ der Saison. Borussia Mönchengladbach und Hannover 96 (2:0 gegen Eintracht Frankfurt) gelangen dagegen die ersehnten ersten Erfolge. Trainer Horst Köppel musste nach Zé Antonios Tor zum 2:1 (65.) im Derby gegen den ebenfalls noch sieglosen Aufsteiger MSV Duisburg aber bis zum Schluss um den Sieg bangen. „Es ging heute nicht darum, Fußball zu zelebrieren, sondern drei Punkte zu holen“, verteidigte Sportdirektor Peter Pander die mäßige Vorstellung.

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