Fußball
Briegel muss Geburtstagsparty verschieben

Hans-Peter Briegel feiert heute seinen 50. Geburtstag. Die "Walz aus der Pfalz" muss die ganz große Party allerdings verschieben. Der Nationalcoach von Albanien trifft am Mittwoch in der WM-Qualifikation auf die Türkei.

Wenn Hans-Peter Briegel heute auf seinen 50. Geburtstag anstößt, bleibt die große Party vorerst aus. Der Nationaltrainer von Albanien konzentriert sich voll auf das letzte WM-Qualifikationsspiel am Mittwoch gegen die Türkei. "Ich werde mit meiner Mannschaft mit einem Glas Sekt anstoßen", sagte das Pfälzer Urgestein dem Sport-Informations-Dienst (sid): "Die richtige Feier steigt später in Deutschland."

Zwar kann sich Albanien nicht mehr für die WM 2006 qualifizieren, doch mit einem Erfolg könnte Briegel möglicherweise ausgerechnet Griechenlands Coach Otto Rehhagel noch den Weg nach Deutschland ebnen. Als Trainer des 1. FC Kaiserslautern hatte "König Otto" 1997 den damaligen Sportdirektor Briegel als "Lehrling" bezeichnet. Seitdem gehen sich beide aus dem Weg. "Unser Verhältnis ist und wird auch sicherlich nicht mehr das beste", meinte Briegel.

Albaner verehren die "Walz aus der Pfalz"

In Kaiserslautern teilweise als Querulant verschmäht, wird die "Walz aus der Pfalz" in Albanien verehrt. Die Mischung aus Kumpeltyp und deutscher Disziplin kommt an. Gemeinsam mit Assistent Axel Roos führte er den einstigen "Fußball-Zwerg" vom Balkan zu Siegen über Russland und Griechenland. Nach Vertragsende 2006 kann sich Briegel, der noch immer im pfälzischen Germersheim wohnt, durchaus ein weiteres Engagement in Albanien vorstellen: "Die Infrastruktur hat sich schon stark verbessert. Auf Dauer möchte ich aber weiter oben mitspielen."

Wie als Spieler: Europameister, zweimal Vize-Weltmeister, Deutscher Fußballer des Jahres, in Italien Meister mit Hellas Verona und Pokalsieger mit Sampdoria Genua - als Profi hat Briegel viel erreicht. "Ein WM-Sieg wäre natürlich das i-Tüpfelchen gewesen. Aber nicht viele können behaupten, in zwei WM-Endspielen gestanden zu haben", erklärt Briegel rückblickend. Obwohl er der einzige FCK-Spieler im Nationalteam war, brachte es der "Einzelkämpfer" auf 72 Länderspiele (vier Tore).

Dabei war Briegel ein fußballerischer Spätstarter, der bis zu seinem 16. Lebensjahr als Leichtathlet nationale Titel sammelte. Erst danach setzte er auf den Fußball, wechselte 1975 zu den Amateuren des 1. FC Kaiserslautern und gab in der gleichen Saison sein Profi-Debüt. Insgesamt bestritt Briegel in neun Jahren 240 Bundesligaspiele (47 Tore) für die "Roten Teufel".

Briegel trauert Angebot von Real Madrid hinterher

Trotz der erfolgreichen Karriere denkt er noch an ein Angebot von Real Madrid, das er Anfang der achtziger Jahre ausschlug: "Ich habe mich damals aber noch nicht soweit gefühlt. Vielleicht war das mein einziger Fehler." Zwei Jahre später wechselte Briegel doch - nach Verona - und wurde glücklich: "Es ist kurios. Ich habe alle Titel in Italien geholt."

Sorgen macht sich Briegel um "seinen" FCK. Sowohl als Sportdirektor als auch im Aufsichtsrat blieb er nicht lange. "Der FCK ist nicht mehr der Verein von früher. Den Verantwortlichen geht es nur ums Geschäft", sagt er enttäuscht. Zwischen ihm und Klubchef Rene C. Jäggi, der Briegel einst einen "Feigling" nannte, ist das Tischtuch seit langem zerschnitten.

Auch zu den Spielen ins Fritz-Walter-Stadion geht Briegel nur noch selten. Im Juli 2005 holte ihn die Vergangenheit als FCK-Offizieller allerdings noch einmal ein. Briegel musste im Strafprozess gegen die ehemalige Vereinsführung aussagen.

© SID

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