Brisantes Duell
Portugal brennt auf "Lieblingsgegner" Niederlande

Mit viel Selbstvertrauen geht die portugiesische Nationalmannschaft ins heute WM-Achtelfinale gegen die Niederlande (21.00 Uhr). Die einzige Niederlage der Portugiesen gegen die "Elftal" liegt bereits 15 Jahre zurück.

Vor dem heutigen WM-Achtelfinale gegen die Niederlande (21.00 Uhr/live bei RTL und Premiere) bestehen für Portugals Fußball-Stars am erneuten Sieg über den "Lieblingsgegner" kaum Zweifel. Nationalheld Eusebio, der die Iberer 1966 bei der WM England zum dritten Platz geführt hatte, traut seinen Erben nicht nur den Sieg in Nürnberg, sondern einen ähnlichen Coup wie vor 40 Jahren zu. "Diese Elf mit ihrem Trainer Luiz Felipe Scolari kann nicht nur das Halbfinale schaffen, sondern noch mehr. Derzeit ist alles möglich", sagte der "Schwarze Panther", der die "Seleccao" bei ihren Auftritten in Deutschland als eine Art Glücksbringer begleitet.

Das Selbstvertrauen der Portugiesen vor dem Spiel gegen "Oranje" hat mehrere Gründe. Gegen die Niederländer gab es bisher in neun Spielen nur eine Niederlage - und die liegt 15 Jahre zurück. Der letzte Triumph war das besagte 2:1 im EM-Halbfinale in Portugal vor zwei Jahren, von dem noch zehn Spieler in der aktuellen Stammformation stehen. Mit den drei letztlich problemlosen Vorrundensiegen gegen Angola (1:0), Iran (2:0) und Mexiko (2:1), für die Portugal nicht mehr tun musste als unbedingt nötig, schraubte die Mannschaft ihre Serie auf 17 Spiele ohne Niederlage.

Maniche will Scolari-Serie ausbauen

Der größte Trumpf ist aber wohl die Erfahrung von Trainer Luiz Felipe Scolari. Der Brasilianer, der vor vier Jahren sein Heimatland zum WM-Titel geführt hatte und danach zu den Portugiesen wechselte, ist mit zehn Endrunden-Siegen in Folge erfolgreichster Trainer der WM-Geschichte. "Das einzige Geheimnis ist, ein Tor mehr zu schießen als der Gegner", sagte "General Felipao", der mit einer knappen Entscheidung vielleicht sogar erst in der Verlängerung oder im Elfmeterschießen rechnet: "Eines Tages werde auch ich ein Spiel verlieren. Vielleicht schon gegen die Niederlande, vielleicht aber auch später." Wenn es nach seinen Spielern geht, dann erst später. "Wir sind jetzt dafür zuständig, dass der Trainer seine Serie noch weiter ausbaut", sagte Mittelfeldspieler Maniche.

"Er ist einer der besten Trainer, die ich jemals hatte. Schade, dass er nicht schon früher gekommen ist. Dann wäre einiges vielleicht anders gelaufen", meinte Kapitän Luis Figo. Der 33-Jährige, der letzte aus Portugals "goldener Generation", war nach der Niederlage im EM-Finale gegen Griechenland vor zwei Jahren zurückgetreten. Im vorigen Sommer feierte er aber sein Comeback im Nationalteam und träumt jetzt vom WM-Titel als Krönung seiner glanzvollen Karriere. "Er macht mir mit seinem Spiel sehr viel Freude", sagte auch Eusebio.

Van Nistelrooy muss um Stammplatz bangen

Während Scolari, der Bondscoach Marco van Basten "einen hervorragenden Job" bescheinigt, seine Wunschelf im Kopf hat, gibt es hinter der Aufstellung der "Elftal" noch einige Fragezeichen, vor allem in der Offensive. Dort muss sogar der bis vor kurzen noch unantastbare Torjäger Ruud van Nistelrooy um seinen Platz zittern. "Ich denke, dass ich mehr von ihm verlangen kann", sagte van Basten, der möglicherweise Dirk Kuyt anstelle von "Van the Man" aufbietet. HSV-Spielmacher Rafael van der Vaart dagegen wird wohl zunächst auf der Bank sitzen, sein Klubkollege Khalid Boulahrouz dagegen dürfte in der Abwehr von Beginn an spielen.

Das Ziel der Niederländer ist unterdessen klar. "Wir haben noch eine Rechnung von der EM offen. Wir müssen alle 100 Prozent geben, um sie zu begleichen", meinte van der Vaart, der die Kritik an der bislang unattraktiven Spielweise seines Team zurückweist. "Früher hat Holland immer schön gespielt, ist aber gescheitert. Jetzt sind wir in einer Phase, in der wir nicht so schön spielen, aber gewinnen", sagte er und gab eine klare Marschroute aus: "Wir wollen ins Finale, am besten gegen Deutschland."

© SID

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