Britische Presse lässt Nationalcoach glimpflich davonkommen: Eriksson entschuldigt sich bei Spielern

Britische Presse lässt Nationalcoach glimpflich davonkommen
Eriksson entschuldigt sich bei Spielern

Englands Fußball-Nationaltrainer Sven-Göran Eriksson hat sich bei David Beckham und Co. für seine Lästereien entschuldigt.

dpa LONDON. "Ich habe fast alle angerufen. Ich bin überzeugt, dass meine Beziehung zu den Spielern in keiner Weise beschädigt ist", erklärte der Schwede in einem Pressegespräch. Er war auf einen als Scheich verkleideten Undercover-Reporter der Zeitung "News of the World" hereingefallen. Eriksson hatte bei einem fingierten Treffen in Dubai Indiskretionen über mehrere Nationalspieler ausgeplaudert.

Während die betroffenen Clubs - von Real Madrid bis zu Newcastle United - bemüht waren, mit Presseerklärungen den entstandenen Schaden zu begrenzen, erhielt der Nationalcoach vom englischen Fußballverband FA Rückendeckung. "Wir versichern, dass Eriksson weiterhin volle Unterstützung unserer Organisation genießt", teilte die FA mit. Bei der meist nicht zimperlichen britischen Presse kam der 57-Jährige am Montag mit einem blauen Auge davon. "Gewinn die WM, dann verzeihen wir dir", titelte die "Sun".

Trotz öffentlicher Treueschwüre ist nur schwer vorstellbar, dass das Vertrauen zwischen Eriksson und seinen Spielern nicht erschüttert sein soll. Zu deftig waren die unbedachten Äußerungen des Schweden, die er bislang auch nicht bestritten hat. "Ich glaube nicht, dass ich die Spieler bloßgestellt habe", meinte Eriksson, nachdem er sich bei Beckham, Michael Owen, Wayne Rooney und Rio Ferdinand telefonisch entschuldigte. Er räumte jedoch ein, dass "es natürlich besser wäre, wenn es diese Geschichte nicht gegeben hätte".

Während Erikssons Einschätzungen, Ferdinand sei "manchmal faul" und Rooney ein "armer Junge aus ärmlichen Verhältnissen", nicht dementiert wurden, gingen andere Betroffene in die Offensive. Real Madrids Trainer Juan Ramon Lopez Caro sagte über Beckham, der laut Eriksson in Madrid "frustriert" ist: "Ich glaube, er steht hinter dem Verein." Ähnliche Reaktionen gab es im Fall Owen, der nur des Geldes wegen nach Newcastle gewechselt sein soll und sich dort unwohl fühle. "Owen hat uns versichert, dass er bei Newcastle United glücklich ist", erklärte Vereinsboss Freddy Shepherd.

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