Buch „Spielunterbrechung“
Auch Bierhoff plaudert aus dem Nähkästchen

Promi-Bücher und Biographien liegen im Trend. Nun hat auch Oliver Bierhoff, Manager der deutschen Nationalmannschaft, seine Gedanken zu Papier gebracht. Sein Buch punktet mit Anekdoten – und teils drastischen Berichten.
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MünchenAls Oliver Bierhoff sein berühmtes „Golden Goal“ beim letzten Turniertriumph der Fußball-Nationalmannschaft erzielt hatte, konnte der gefeierte EM-Held auch danach in der Kabine noch einen Treffer landen. „Man muss nicht schnell laufen, man kann auch richtig stehen“, sagte er zum damaligen Teamkollegen Mehmet Scholl, der ihn lange vor dem 1996 gewonnenen Finale gegen Tschechien im Londoner Wembley-Stadion „Speedy“ getauft hatte.

Der Spitzname war „eine Anspielung auf meine nicht allzu große Schnelligkeit“, wie Bierhoff 16 Jahre später in einem Buch erzählt, das am kommenden Montag erscheint. „Spielunterbrechung“ heißt es - der Satz zum heutigen TV-Kritiker Scholl ist der Untertitel und steht dafür, dass die Wege zum Erfolg vielfältig sein können.

Auf 304 Seiten gibt es zahlreiche Anekdoten und Geschichten aus der Profizeit des heutigen Nationalmannschafts-Managers. „Wenn man es liest, erhält man wohl ein anderes Bild von Oliver Bierhoff“, sagt der Autor im Interview der Nachrichtenagentur dpa.

Der 44-jährige Bierhoff gewährt intime Einblicke in die Nationalmannschaft und deren Führungsteam um Bundestrainer Joachim Löw. Er stellt anhand seiner Erfahrungen den Mikrokosmos Fußball über Themen wie Führung, Teamgeist, Druck, Kommerz, Globalisierung, Bildung oder Integration als Spiegelbild der Gesellschaft dar.

„Die Parallelen zum normalen Leben und zum Wirtschaftsleben sind offensichtlich“, meint Bierhoff. Er stellt Thesen auf - aber ohne „erhobenen Zeigefinger“, wie er ausdrücklich betont. „Spielunterbrechung“, ein Innehalten im Leben, sei wichtig, selbst wenn Rückschläge vorausgehen. „Gerade die schwierigen Momente waren für mich Treppenstufen“ - nach oben. Auch seine Karriere sei „nicht so glatt“ verlaufen, wie es im Nachhinein erscheint.

Auch die noch frischen EM-Erlebnisse fließen ein, dort bezieht Bierhoff deutlich Position. In der „emotionalen Diskussion“ um das Mitsingen der Nationalhymne etwa, die nach dem Halbfinal-K.o. gegen Italien entflammte, fordert er „Toleranz“ mit Spielern mit ausländischen Wurzeln wie Mesut Özil, die schweigen.

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„Jogi wurde schlagartig kreidebleich“

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