Bundeskanzlerin kennt den Weltmeister
Merkel räumt Deutschland Titelchancen ein

Angela Merkel vertraut offenbar fest auf die Stärken der deutschen Nationalmannschaft. In einem Interview mit dem Sport-Informations-Dienst schreibt die Bundeskanzlerin der DFB-Auswahl gute Titelchancen zu.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat der deutschen Nationalmannschaft in einem Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (sid) große Chancen auf den WM-Titel eingeräumt. "Ich bin überzeugt, dass die Mannschaft nach einer guten Gruppenphase mit dem nötigen Selbstbewusstsein für so ziemlich jede Überraschung gut ist", gibt sich die Regierungschefin optimistisch.

Der Erfolg der WM hänge aber grundsätzlich nicht vom sportlichen Abschneiden der Deutschen ab. "Diese WM ist eine große Chance. Wir können unser Land präsentieren, wir können zeigen, wie gut wir sind", sagte Merkel, die auf zahlreichen Auslandsreisen in den vergangenen Monaten die enorme Aufmerksamkeit der Welt für die WM in Deutschland zu spüren bekam. Auch in der internationalen Politik wird über Fußball und die WM geredet.

Dass nun eine Frau und nicht ein ehemaliger Mittelstürmer des TuS Talle das Gastgeberland regiert, falle beim Fußball-Smalltalk auf dem internationalen Politparkett nicht ins Gewicht. "Ich bin sicher, dass die Zeiten vorbei sind, in denen Männer, auch Politiker, Frauen irgendetwas nicht zugetraut haben", sagte Merkel. Zudem verweist die CDU-Vorsitzende auf die Erfolge der Frauen-Nationalmannschaft, die Weltmeister ist: "Da kann sich die Mannschaft um Jürgen Klinsmann nur ein Beispiel nehmen."

Merkel will bei jedem Spiel der Deutschen vor Ort sein

Ob sie das auch tut, wird Merkel höchstpersönlich verfolgen. Die Kanzlerin will zumindest bei jedem Spiel der Deutschen vor Ort sein. Andere Partien wird sie sich im Fernsehen anschauen, einige wegen anderweitiger Verpflichtungen verpassen. Denn trotz der Fußball-Manie "geht die Politik im Lande natürlich weiter".

Im Stile der Fußballer - links antäuschen, rechts vorbeiziehen - will Merkel angesichts der enormen Ablenkung der Menschen und Medien im Lande während der WM nicht regieren. "Ich halte nichts von irgendwelchen geheimen Beschlüssen oder Überrumpelungsaktionen der Politik. Irgendwann merken es die Menschen doch, und dann wird man von den eigenen Beschlüssen wieder eingeholt", sagte sie.

Rahmenbedingungen sind, wie sie sind

Die strenge Handhabe der Rahmenbedingungen vom Weltverband Fifa, der Deutschland laut Kritikern zu seinem Hoheitsgebiet erklärt habe und sich zahlreiche Sonderrechte herausnehme, sieht die Kanzlerin gelassen. "Die Rahmenbedingungen für die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland sind, wie sie sind. Und wir werden sie auch nicht mehr ändern", sagte Merkel. Allerdings stehe es den Fußballverantwortlichen frei, nach jeder Weltmeisterschaft zu prüfen, was sich bewährt hat und was beim nächsten Mal vielleicht geändert werden sollte.

Den Sicherheitsvorkehrungen im Hinblick auf eine möglicherweise enorme Zahl gewaltbereiter Hooligans aus dem Ausland, die nach Deutschland reisen, stellt Merkel ein gutes Zeugnis aus. "Die Sicherheitskräfte haben aus den Erfahrungen der Vergangenheit Konsequenzen gezogen. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist deutlich verbessert worden", sagte sie. Alle denkbaren Vorkehrungen seien getroffen für einen friedlichen Verlauf der WM.

© SID

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