Bundesliga 50+1 bleibt, DFL entscheidet gegen Investoren im Fußball

Nach einer Entscheidung der 36 deutschen Profi-Fußballvereine bleibt die 50+1-Regel erhalten. Sie soll rechtlich zudem weiter abgesichert werden.
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Der deutsche Profi-Fußball öffnet sich nicht für Investoren. Quelle: dpa
Fans protestieren für Verbleib der 50+1-Regel

Der deutsche Profi-Fußball öffnet sich nicht für Investoren.

(Foto: dpa)

FrankfurtFür finanzkräftige Investoren bleiben die Tore im deutschen Profifußball verschlossen. Die Vertreter der 36 Erst- und Zweitligisten votierten am Donnerstag auf ihrer Mitgliederversammlung mehrheitlich für die Beibehaltung der 50+1-Regel, die eine Komplettübernahme von Vereinen durch externe Geldgeber verhindert. „Allen, die es gut mit dem Fußball meinen, gefällt diese Entscheidung. Es ist ein wichtiges Signal, das davon ausgeht“, sagte Andreas Rettig, der Geschäftsführer des FC St. Pauli, nach dem Treffen in Frankfurt.

Der Hamburger Zweitligist hatte einen entsprechenden Antrag gestellt, für den 18 der anwesenden 34 Vereinsvertreter stimmten. Ein Trio beteiligte sich nicht an der Abstimmung, vier Vereine waren dagegen, neun Clubs enthielten sich.

In den nächsten Monaten solle nun bei Beibehaltung der 50+1-Regel darüber diskutiert werden, ob die Regelung noch rechtssicherer gemacht werden kann. „Wir dürfen jetzt nicht die Hände in den Schoß legen und uns neuen Entwicklungen nicht verschließen“, mahnte Rettig.

Die 50+1-Regel, die es nur im deutschen Fußball gibt, sichert den Stammvereinen eine Stimmenmehrheit in den Kapitalgesellschaften. Eine Ausnahmegenehmigung besitzen nur Bayer Leverkusen, 1899 Hoffenheim und der VfL Wolfsburg.

Zuletzt hatte Martin Kind, Präsident von Hannover 96, seine Bemühungen um eine Übernahme des Bundesligisten auf Eis gelegt. Danach hatte die Deutsche Fußball Liga eine Debatte über die Zukunft der 50+1-Regel angeregt. „Wir hatten eine lebhafte Diskussion und einen regen Austausch“, berichtete DFL-Präsident Reinhard Rauball.

Rauball hatte schon vor Beginn der knapp fünfstündigen Sitzung erklärt: „Die 50+1-Regel gehört zu den Grundsätzen, die den deutschen Fußball stark gemacht und in der Gesellschaft verankert haben.“ Eine Grundsatzdebatte sei aber nötig. Diese werde nun geführt.

Mit großer Mehrheit sprachen sich die Profivereine für die reguläre Einführung des Videobeweises in der Bundesliga und eine Offline-Testphase der Technik in der 2. Liga ab der kommenden Saison aus. „In 49 von 68 Fällen hat der Video-Assistent klare Fehlentscheidungen korrigiert und damit für Gerechtigkeit gesorgt“, sagte Rauball. Die Kosten für den Technikeinsatz in der Bundesliga tragen die Vereine, der Test in Liga zwei wird von der DFL bezahlt.

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