Bundesliga einigt sich auf Verteilung der TV-Gelder
Mehr Geld für die Spitzenklubs

Mehr Leistung - mehr Einnahmen. So entschied der Vorstand der deutschen Fußball Liga. Die Spitzenvereine sollen international wettbewerbsfähig bleiben, gibt es dann aber überhaupt noch einen Wettbewerb in der Bundesliga?

FRANKFURT.Nach einer kontroversen Diskussion unter den 36 Profivereinen hat der achtköpfige Vorstand der Deutschen Fußball Liga (DFL) einstimmig einen stark leistungsbezogenen Verteilerschlüssel der 1,26 Milliarden Euro Fernsehgelder in den nächsten drei Jahren beschlossen. Künftig berechnet sich die Summe, die die DFL quartalsweise an die Vereine überweist, nach den Tabellenständen der Erst- und Zweitligaclubs im Zeitraum der vergangenen drei Jahre sowie den Ergebnissen der jeweils laufenden Saison. Mit seiner Entscheidung kam der Liga-Vorstand gestern Abend in Frankfurt vor allem den Forderungen der Spitzenvereine nach, denen die neue Regelung deutlich mehr Einnahmen garantiert.

Durch die Steigerung der TV-Gelder von derzeit 300 Millionen Euro auf jährlich 420 Millionen Euro bis 2009 wird aber kein Verein weniger Geld erhalten als bisher, zumal die Zweitliga-Absteiger mit jeweils 125 000 Euro finanziell besser abgefedert werden. „Die Leistung in der Bundesliga soll mehr belohnt werden. Dazu stehen wir auch, weil wir wollen, dass die Spitzenclubs international wettbewerbsfähig bleiben“, begründete Liga-Chef Werner Hackmann die Lösung. Nach dem verabschiedeten Modell werden die Ergebnisse in der Saison 2006/07 mit dem Faktor 4 gewertet, die Leistungen aus der momentan laufenden Spielzeit dreifach, aus der Vorsaison zweifach und aus dem Jahr 2003/04 einfach. Im Optimalfall kann ein Verein, der im betreffenden Zeitraum immer Tabellenführer und deutscher Meister war, seine Einnahmen auf mindestens 27,3 Millionen Euro steigern. Der schwächste Verein erhält mindestens 11,7 Millionen Euro.

„Das ist ein Kompromiss, der für alle tragfähig ist. Jeder Verein von Platz 1 bis 18 findet sich wieder“, sagte Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge. „Die Spreizung bei der Verteilung wurde zum sechsten Mal nach Außen geöffnet. Das halte ich für kontraproduktiv für den Wettbewerb in der Bundesliga. Ich hatte allerdings den Eindruck, dass das Modell mehrheitsfähig ist“, kritisierte Eintracht Frankfurts Vorstandschef Heribert Bruchhagen dagegen die Entscheidung.

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