Bundesliga-Endspurt
Tage der Entscheidung

Noch sind es drei Spieltage bis zum Saisonschluss – doch schon am 32. Spieltag der Fußball-Bundesliga könnten einige wichtige Entscheidungen fallen. So hätte sich der FC Bayern bei einem Punktverlust des Hamburger SV am Dienstag in Köln und einem gleichzeitigen eigenen Erfolg am Mittwoch gegen den VfB Stuttgart den 20. Meistertitel der Vereinsgeschichte und damit das Double vorzeitig gesichert.

HB MÜNCHEN. Doch auch im Kampf um die Champions League, den UEFA-Cup und den Abstieg könnten in dieser Woche Fakten geschaffen werden. Beim Hamburger SV spricht zwar niemand mehr von der Meisterschaft, einen Beitrag zum vorzeitigen Titelgewinn der Bayern will die Mannschaft von Trainer Thomas Doll am Dienstag beim abstiegsbedrohten 1. FC Köln aber nicht unbedingt leisten.

Trotz erheblicher Personalprobleme (Stefan Beinlich, Raphael Wicky, Rafael van der Vaart, Nigel de Jong und David Jarolim fallen verletzt aus, der Einsatz von Kapitän Daniel van Buyten ist eher unwahrscheinlich) strebt der HSV seinen elften Auswärtssieg der Saison an, um mindestens Platz zwei und die Teilnahme an der „Königsklasse“ zu sichern.

„Ich bin überzeugt, dass die Mannschaft sich den zweiten Platz nicht mehr abjagen lässt. Der Wille, das ganz große Ziel zu erreichen, ist deutlich zu spüren“, sagte Sport-Chef Dietmar Beiersdorfer, der auch die Ausfälle nicht als Ausrede gelten lassen will: „Natürlich ist die Personalsituation angespannt, aber in Sorge bin ich trotzdem nicht.“ Schon mehr stören die Verantwortlichen des HSV da die anhaltenden Wechsel-Gerüchte um van Buyten, der mit Bayern in Verbindung gebracht wird. Doll forderte seine Profis deshalb auf, „dass sich alle nur auf das Wesentliche konzentrieren. Nebenkriegsschauplätze können wir nicht gebrauchen.“ Allerdings hat die Partie nicht nur für den HSV besondere Bedeutung. Der 1. FC Köln muss ebenfalls gewinnen, um seine Minimal-Chance im Abstiegskampf zu wahren.

Die Kölner wollen dabei ihren Aufwärtstrend der letzten Wochen fortsetzen. Zur Einstimmung auf das Abendspiel ließ FC-Trainer Hanspeter Latour seine Profis am Freitag sogar um 20.00 Uhr zum Training antreten, „um die Spieler etwas zu sensibilisieren, dass es am Dienstag von der Anstoßzeit und dem Tagesablauf etwas anders sein wird als bei einem normalen Bundesligaspieltag“.

Ein „Endspiel“ steht auch in Berlin beim Duell zwischen der heimischen Hertha und Bayer Leverkusen an, das nach fünf Siegen in Folge die Mannschaft der Stunde in der Bundesliga ist. So könnte der Tabellenfünfte beim Kampf um den letzten freien UEFA-Cup-Platz durch einen Erfolg bei Verfolger Hertha wohl schon mit dem internationalen Geschäft planen. Der frühere Leverkusener Yildiray Bastürk sieht jedoch die Berliner im Vorteil. „Wir haben gute Chancen auf Platz fünf, weil wir noch zwei Heimspiele haben, Leverkusen nur noch eins“, meinte Bastürk, dessen Einsatz wegen einer Oberschenkel-Verhärtung allerdings noch fraglich ist, während auf der Gegenseite Jens Nowotny auch nach seiner Ankündigung den Verein zu verlassen, erste Wahl sein dürfte.

Nur noch theoretische Chancen auf den UEFA-Cup hat Borussia Dortmund. Dennoch verdeutliche Sportdirektor Michael Zorc vor dem Spiel bei Hannover 96, das seit fünf Spielen ohne Sieg ist, „dass wir bis zur letzten Patrone kämpfen werden“. BVB-Coach Bert van Marwijk kann wohl auch Christian Wörns einsetzen. Die Verhandlung gegen den Ex-Nationalspieler wegen seiner Ellbogen-Attacke gegen den Nürnberger Stefan Kießling wurde auf Donnerstag vertagt.

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