Bundesliga-Fernsehrechte
Die DFL bittet zum Bieterkampf

Das Wettbieten um die Übertragungsrechte der Bundesliga geht in die heiße Phase. Bis April möchte die DFL das Privileg vergeben haben - im Idealfall für eine halbe Milliarde Euro. Im Mittelpunkt: Sky und die Telekom.
  • 2

FrankfurtDas millionenschwere Wettbieten um die Fernsehrechte an der Fußball-Bundesliga geht in die heiße Phase. Gut drei Jahre nach der vorherigen Auktion buhlen bald wieder TV-Stationen, Internetkonzerne und Verlage um die Lizenzen für Deutschlands Top-Liga. „Angestrebt ist, die Rechtevergabe im April abzuschließen“, sagte DFL-Chef Christian Seifert am Donnerstag. Bislang hätten sich 45 Unternehmen registriert. „Ich gehe davon aus, dass die Zahl der zugelassenen Bieter deutlich darunter liegt - möglicherweise werden es nur 19 oder 20.“ So viele seien es auch bei der Auktion Ende 2008 gewesen. Nächste Woche entscheide der Vorstand des Ligaverbands DFL, welche Interessenten den Sprung in die Bieterrunde schaffen. In der Auktion, die am 2. April beginnt, verkauft die DFL die Fernsehrechte an der Fußball-Bundesliga ab der Saison 2013/14 für vier Spielzeiten.

Bislang kassiert die Bundesliga für die Rechte 412 Millionen Euro. DFL-intern werde von einer moderaten Steigerung der Erlöse auf 450 Millionen Euro ausgegangen, hatte ein Verbands-Insider am Mittwoch gesagt. Um dieses Ziel zu erreichen, ist die Bundesliga erfindungsreich und versucht, neben Fernsehstationen auch neue Bieter für die Fußballrechte zu gewinnen. Kernpunkt dieser Strategie ist die Zusammenfassung der Samstagsspiele - eine Art Internet-Sportschau -, die neu ausgeschrieben wird und um 19.00 Uhr im Internet und auf Handys laufen soll. Gleichzeitig würde die ARD-Sportschau erst spät abends laufen, damit sich die beiden Sendungen nicht überschneiden. Die DFL hofft, dass sich Internetkonzerne und Verlage nun um die Online-Rechte balgen und einen Bieterkampf mit der ARD entfachen, die derzeit 100 Millionen Euro pro Saison an die Liga überweist.

Das Kartellamt hat den Plan nach Aussage von Seifert genehmigt, doch bleibt ein Knackpunkt: Millionen von Bundesbürgern haben keinen schnellen Internetanschluss. Insbesondere auf dem Land ist die Abdeckung immer noch dünn, die Übertragungsgeschwindigkeiten quälend langsam. „Nach heutigem Stand reicht das nicht“, sagte Seifert. Er setzte aber auf den technischen Fortschritt und die Breitband-Pläne der Bundesregierung, die auch auf dem Land Datenautobahnen sehen will. Die Sehgewohnheiten der Fußballfans gäben die Richtung vor. Fußball-Zusammenfassungen im Internet hätten bereits heute mehr Zuschauer als die althergebrachte Sportschau, erläuterte der Fußballfunktionär.

Die Struktur der Auktion ist komplex. Der Fußballverband verkauft die Rechte an Live-Spielen und Zusammenfassungen. Dazu gibt es noch Pakete für bestimmte Übertragungswege. Die Kabel- und Satellitenrechte für die Liveausstrahlung im PayTV etwa werden zusammen verkauft - der derzeitige Inhaber Sky zahlt dafür pro Saison 250 Millionen Euro. Daneben gibt es noch die Rechte für Internet-Fernsehen (IPTV) - derzeit im Besitz der Telekom - sowie die Lizenzen für Internet- und Handy-Übertragungen.

Zwischen Sky und der Telekom zeichnet sich eine Bieterschlacht ab. Die Telekom prüfe, die Rechte für die Übertragung der Fußball-Bundesliga über Satelliten zu erwerben, sagte Telekom-Deutschland-Vorstand Niek Jan van Damme Ende Dezember. Für den Münchner Bezahlsender sind diese Rechte ungemein wichtig, da er die Hälfte seiner drei Millionen Abonnenten per Satellit erreicht.

Medienwächter hegen aber Zweifel, ob die Telekom überhaupt noch größer ins Fernsehgeschäft einsteigen darf, da der Staat einen Teil ihrer Aktien hält. „Wenn sich das Volumen der Sportrechte vervielfacht, macht das eine Neubewertung nötig“, sagte der Thomas Fuchs, Vorsitzender der Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) der „Financial Times Deutschland“. Die ZAK, hinter der die Landesmedienanstalten stehen, entscheidet darüber, ob neue TV-Sender den Betrieb aufnehmen dürfen. Der Bund hält direkt und über die staatliche Förderbank KfW 32 Prozent an der Telekom.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Bundesliga-Fernsehrechte: Die DFL bittet zum Bieterkampf"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • warum sollen wir in der BRD für die Bundesligaspiele bezahlen wo man doch zb in der DomRep über Goltv für umme schauen kann.Hoffenheim:Mainz habe ich dort live gesehen
    Gruß
    Richard Reichert Walzbachtal

  • Dieser Kommentar von wegen extra Wurst,lasst den Leuten diese Sendung,denn auch Sie zahlen die einsetze von Polizei usw. Ich habe zwar ein Live Paket. Aber das kann sich ja in dieser Zeit nicht jeder leisten oder macht es ändlich bezahlbar für jedermann.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%